Maschinen- und Anlagenbauer Presto aus Bad Laer will asiatischen Markt erobern

Von Siegfrid Sachse | 02.12.2015, 06:12 Uhr

Überall dort, wo große Mengen an Wertstoffen oder Abfall entsorgt werden, sieht die Presto GmbH & Co. KG (ehemals Kamwerth Umwelttechnik) gute Absatzchancen. Das Unternehmen mit Sitz in Bad Laer, das sich mit Beratung, Projektierung und Verkauf von Anlagen zur Abfallentsorgung befasst, hat sich seit 1961 zu einem der führenden Anbieter in Europa entwickelt.

Weltweit wurden bisher über 30.000 Maschinen verkauft. Uwe Frerig, Geschäftsführender Gesellschafter, hat vor 30 Jahren als Lehrling bei der Firma begonnen. Er begründet den Erfolgskurs mit der Innovationspolitik sowie dem Preis-Leistungs-Verhältnis der Produkte. Presto sei heute ein anerkannter Partner in der Abfallentsorgungsbranche, sodass namhafte Handelsketten, Entsorger und Industriebetriebe zum Kundenkreis gehören, sagt er. Weitere Gesellschafter des Unternehmens sind Frank Höcker und Günther Höcker.

Bis zu 1600 Maschinen jährlich

Aufgrund des ständigen Erfahrungsaustausches mit der Praxis und daraus folgenden Innovationen verfügt die Firma laut Frerig über eine breite Produktpalette. Dazu zählen Selbstpresscontainer, stationäre Verdichtungsanlagen, Schneckenverdichter, Entwässerungsschnecken, Kanalballenpressen, Müllumschlagstationen und Verschiebeanlagen. Jährlich werden 1500 bis 1600 Maschinen gefertigt. Die aktuelle Auslastung bezeichnet Frerig als gut. Der Auftragsbestand beträgt acht Wochen.

2015 erzielte Presto einen Umsatz von 30 Millionen Euro, für 2015 werden 30,5 Millionen Euro angepeilt. Von den 150 Mitarbeitern arbeiten 115 im Stammwerk Bad Laer. Der Exportanteil schwankt zwischen 35 und 40 Prozent. Schwerpunkte sind Skandinavien, die Schweiz und Frankreich. In den nächsten drei bis fünf Jahren soll das Ausland mindestens 50 Prozent zum Umsatz beisteuern. Absatzchancen sieht Frerig auch in Südafrika, wo die Geschäftsführung Kontakte geknüpft hat, aber noch nicht den richtigen Partner fand, sowie in der Türkei.

Tochtergesellschaft in China

Seit 2013 verfügt Presto im chinesischen Nanjing, 250 Kilometer von Schanghai entfernt, über ein Werk mit 15 Mitarbeitern. Die 100-prozentige Tochter produziert nur für den Markt in China. In den nächsten fünf Jahren soll von dort aus der asiatische Raum erobert werden.

Ein Werk mit 50-prozentiger Beteiligung gibt es seit 2013 in Portugal, die weiteren Anteile hält ein einheimischer Händler. Von dort aus wird der portugiesische und spanische Markt beliefert. Ziel ist es, von dort aus künftig auch in Nordafrika auf Kundensuche zu gehen. Die Gesellschaft mit 20 Mitarbeitern produziert auch Komponenten für den deutschen Markt. Seit September 2015 betreibt Presto zudem einen Vertriebs- und Service-Standort in Norwegen. Hinzu kommen zwölf Vertriebsbüros in Deutschland und den Niederlanden sowie über 30 Handelsvertretungen europa- und weltweit.

Für Herausforderungen gerüstet

Für kommende Herausforderungen am Markt sieht sich die Firma gut gerüstet. 2011 ging die neue Produktionshalle in Bad Laer samt Fließband-ähnlicher Fertigungsstraße für Selbstpresscontainer in Betrieb. Die gesteigerte Produktionskapazität erforderte auch eine modernere Lackieranlage. Im Herbst 2013 wurde die neue Lackier- und Trockenhalle in Betrieb genommen, sie verkürzt die Lackier- und Trockenzeiten um 25 Prozent.

Franz Vollmer, Bürgermeister von Bad Laer, lobt die Innovationspolitik, das Bekenntnis zum Standort und das soziale Engagement von Presto. Dass dem Unternehmen die Ausbildung junger Menschen wichtig ist, zeige sich daran, dass die Firma Gelände und Hallen für die diesjährige Messe „Azubis werben Azubis“ zur Verfügung gestellt habe.

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