Landwirtschaft im Jahr 2023 Kuh, Schwein und Co: Studie verspricht gute Geschäfte

Von Dirk Fisser | 28.07.2014, 14:53 Uhr

Wie sieht die deutsche Landwirtschaft im Jahr 2023 aus? Milchviehhalter zählen zu den Gewinnern der nächsten Jahre. Zugleich bleiben die Umweltprobleme, verursacht durch die intensive Landwirtschaft, bestehen. Das ist das Ergebnis einer Zukunftsstudie des Thünen-Instituts, einer Einrichtung des Bundes, die unter anderem zu ländlichen Räumen forscht.

Besonders die Investitionen ins liebe Vieh zahlen sich demnach aus. Dem mehr als hundert Seiten starken Bericht „Deutschlands Landwirtschaft 2023“ zufolge steigen die Einkommen bei Milchviehbetrieben um 24 Prozent, bei Veredlungsbetrieben mit Mastschweinen oder -hähnchen sogar um 44 Prozent.

Die Milchproduktion in Deutschland, und hier besonders in den Küstenregionen, werde, begünstigt durch den Wegfall der Milchquote auf europäischer Ebene , um 18 Prozent auf dann 34,5 Millionen Tonnen steigen. Das werde einhergehen mit einem Wachstum der Viehbestände: Seien diese in den vergangenen Jahren von 5,6 auf bis zu 4,1 Millionen Tiere reduziert worden, erwarten die Forscher jetzt eine „leichte Ausdehnung“.

Dabei würden die Milchbauern nicht gleichermaßen profitieren, heißt es in dem Bericht. „Ein Rückzug der Milchproduktion wird insbesondere auf Ackerbaustandorten“ zu erwarten sein. Als Beispiel wird die Hildesheimer Börde genannt. Sprich: Überall dort, wo es sich lohnt, Weizen oder Mais anzubauen, wird das Getreide aus Sicht der Forscher den Vorzug vor Kühen erhalten.

Überall dort, wo sich der Anbau bislang schon nicht gelohnt habe, werde eine weitere Konzentration stattfinden. Als Beispiel wird der Landkreis Leer genannt. Gleichzeitig werde besonders hier die Größe der Betriebe zunehmen. Für 2023 prognostizieren die Wissenschaftler, dass 90 Prozent der norddeutschen Milch aus Betrieben mit mehr als 60 Kühen stammen würden. (hier weitere Infos)

Die Forscher warnen aber auch, dass sich Probleme wie Luft- oder Gewässerbelastung infolge der intensiven Landwirtschaft in den kommenden Jahren „nicht im Zeitablauf von selbst lösen“. Damit dürfte das Streitthema auch dem Raum Weser-Ems erhalten bleiben.

Explizit warnt der Bericht, dass die Stickstoffproblematik bestehen bleibe. Deutschland laufe zudem wieder verstärkt Gefahr, die gesetzlichen Obergrenzen des Ammoniakausstoßes durch den Ausbau der Viehbestände zu überschreiten. Hier seien weitere Maßnahmen notwendig, um den Trend zu stoppen. Zuletzt hatte sich Deutschland den Grenzwerten ansatzweise genähert. Doch auch so entstehen durch das Ammoniak nach Angaben der Bundesregierung jährlich Millionenkosten. Weitere Infos auf www.noz.de.