Kurzinterview Gauselmann: „Ich habe nie rote Zahlen geschrieben“

19.12.2015, 09:12 Uhr

Der Firmengründer bleibt an Bord, aber Paul Gauselmann ändert die Gesellschafter-Struktur seines Milliarden-Unternehmens. Ab Januar bestimmt eine Familien-Stiftung die Belange des Konzerns für Glücksspiel-Produkte. Der Unternehmensgründer im Kurzinterview

 Herr Gauselmann, was war ihre wichtigste unternehmerische Entscheidung – welche würden sie am liebsten rückgängig machen? 

Paul Gauselmann: „Die einzige Entscheidung, die ich wieder rückgängig machen möchte, war meine Investition in Italien, die mich fast 100 Millionen Euro gekostet hat. Mit dem italienischen Staat würde ich nie im Leben wieder Geschäfte machen wollen.“

 Welche Investition war das? 

„Wir haben 72 Konzessionen gekauft und nichts, was versprochen wurde, ist gehalten worden.“

 Es gibt von Ihnen das Zitat „Ich habe nie rote Zahlen geschrieben“ – ist das so? 

„Das ist richtig so. Ich habe in den ganzen Jahren von 1957 bis heute im Konzern nie rote Zahlen geschrieben – in einzelnen Firmen wie ich eben schon sagte, etwa in Italien, habe ich Riesenverluste gemacht, in Rumänien habe ich Riesenverluste gemacht, und auch hier und dort anderswo, aber ich habe an anderen Stellen immer mehr Gewinne gemacht, so dass ich nie in Kalamitäten gekommen bin.“

 Ein Blick in die Zukunft: Wo sehen sie ein größeres Potenzial für ihre Unternehmen – in den Spielhallen oder im Internet? 

„Die Spielhallengeschichte ist heute ein Ist-Stand, aber das Internet – gerade für junge Leute – hat eine Zukunft. Die deutsche Gesetzgebung muss endlich lernen, das auf deutschem Boden zu halten, und es nicht zu verteufeln. Wer heute in Deutschland im Internet Glücksspiel anbietet, ist illegal. Wir haben Lizenzen in Italien, Spanien, Dänemark und England – und das ist die Zukunft. Das Internet wird von den Kindern noch viel mehr genutzt als von den Älteren. Das heißt: Die Jüngeren werden immer mehr dort spielen. Das wird die Zukunft sein.“