Konditoren passen Preise an Butterpreis auf historischem Hoch: Torten werden teurer

Von Dirk Fisser | 16.06.2017, 07:02 Uhr

Butter ist derzeit in Deutschland so teuer wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Das merken Verbraucher nicht nur an den Kühltheken im Supermarkt. Auch Tortenpreise werden steigen, heißt es vom Konditorenbund.

Weil der Butterpreis immer neue Rekorde bricht, werden Torten in Deutschland nach Angaben des Konditorenbundes teurer. Im Gespräch mit unserer Redaktion sagte Verbandspräsident Gerhard Schenk: „Der Butterpreis hat sich binnen kürzester Zeit vervielfacht. Deshalb müssen Konditoren die Preise für ihre Produkte anpassen.“ Die Mehrkosten müssten aufgefangen werden. „Wir verdienen dadurch keinen Cent mehr“, so Schenk. Einige Konditoren hätten die Preiserhöhungen schon umgesetzt, der Rest werde in Kürze folgen. Für seinen eigenen Betrieb geht Schenk von Anpassungen von 10 bis 20 Cent pro Tortenstück aus.

Milchpreis nur mäßig gestiegen

Laut Bauernverband ist Butter derzeit so teuer wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht. Noch im Sommer vergangenen Jahres habe ein Kilogramm Markenbutter weniger als 2,30 Euro gekostet, derzeit liege der Preis bei mehr als 5 Euro. Milchexperte Ludwig Börger vom Deutschen Bauernverband sagte unserer Redaktion: „Rekordpreise für Butter sind aber nicht gleichbedeutend mit Rekordeinkommen für unsere Milchbauern.“ Butter sei neben Joghurt, Quark oder Trinkmilch nur eines von vielen Milchprodukten, die wiederum nicht alle so stark im Preis gestiegen seien. Milchbauern erzielten derzeit 33 bis 34 Cent pro Liter, 2016 lag der Preis phasenweise bei nur 23 Cent.

„Das gleicht die finanziellen Verluste der vergangenen Krisenjahre aber längst nicht aus“, so Börger. Er führt den Preisanstieg speziell bei Butter auf eine weltweit gestiegene Nachfrage nach fetthaltigen Produkten zurück. Zugleich sei die Milchproduktion im Zuge der Krise gedrosselt worden, sodass nun die Nachfrage das Angebot übersteige. Bei lang anhaltend hohen Butterpreisen bestehe jedoch die Gefahr, dass die Lebensmittelindustrie die Rezepturen ihrer Produkte ändere, um die Rohstoffkosten gering zu halten, sagte der Milchexperte.

Marktbeobachter gehen jedoch davon aus, dass das Preishoch bei der Butter anhält. Viele Großkäufer hätten sich zurückgehalten und zunächst auf billigere Preise spekuliert. Diese Strategie sei aber nicht aufgegangen, heißt es beim Agrarmarkt Informationsdienst. (Weiterlesen: Butterpreis steigt bei Discountern auf Rekordhoch)