Kommentar zur WTO-Konferenz WTO-Konferenz: Entwicklungsländer brauchen Einigung

Meinung – Christof Haverkamp | 15.12.2015, 19:15 Uhr

In Kenias Hauptstadt Nairobi hat die Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation WTO begonnen. Aber die Positionen zwischen dem Westen und den großen Schwellenländern sind verhärtet.

Es wäre höchst bedauerlich, wenn die zehnte Welthandelskonferenz in der kenianischen Hauptstadt ergebnislos enden würde – die Leidtragenden wären mit Blick auf die Agrarpolitik vor allem die Entwicklungsländer und insbesondere die am wenigsten entwickelten Länder der Welt. Es wird allerhöchste Zeit, dass sie innerhalb der Welthandelsorganisation WTO mehr Gehör finden, auch wenn sie anders als die Industrieländer über weniger Lobbyisten verfügen.

Und wenn die WTO ein Abbau von Zollschranken und anderen Hemmnissen für den Warenaustausch nicht gelingt, dann verliert auch die Organisation selbst noch mehr an Bedeutung. Daher ist es nötig, dass sich möglichst viele Länder auf gemeinsame Regeln einigen, die den Handel weltweit erleichtern. Es ist bedauerlich, dass die sogenannte Doha-Runde nach jahrelangen Verhandlungen noch immer nicht zu einem Abschluss gekommen ist.

Doch die Aussichten auf eine Einigung der Mitgliedstaaten in Nairobi sehen – anders als kürzlich bei der Weltklimakonferenz in Paris – nicht gut aus. Die Positionen des Westens und der großen Schwellenländer sind verhärtet. Die Verhandlungen für ein weltweites Freihandelsabkommen stecken in der Sackgasse. Gerade China, Indien, Brasilien und die USA müssen sich mehr bewegen und den Marktzugang ermöglichen.