Kommentar zur Deutschen Bahn Bahnchef Grube setzt hohe Ziele, nun muss er liefern

Meinung – Christof Haverkamp | 17.12.2015, 18:16 Uhr

Bahnchef Rüdiger Grube hat das Programm „Zukunft Bahn“ vorgestellt. Pünktlicher, serviceorientierter soll die Bahn werden. Ob das gelingt, muss Grube jetzt zeigen.

Es läuft in jüngster Zeit nicht rund für die Deutsche Bahn – weder im angeschlagenen, unprofitablen Güterverkehr noch im Personenverkehr, der schmerzhaft die Konkurrenz von Fernbussen und Mitfahrzentralen zu spüren bekommt. Der Druck auf die Bahn wächst daher. Sie hat ein schlechtes Image, und das liegt an mangelhaftem Service und an ständigen Verspätungen, mit denen sich vor allem Berufspendler herumschlagen müssen.

Firmenchef Rüdiger Grube gab sich daher zu Recht selbstkritisch bei der Vorstellung des Reformprogramms und räumte Fehler ein. Grube setzt sich nun ehrgeizige Ziele für das bisher schwerfällige, verschuldete Verkehrsunternehmen. Generell stellt er die richtigen Weichen, etwa wenn die Vorstände bei zu großer Unpünktlichkeit weniger Geld bekommen. Und manche Reformschritte sind überfällig. So muss die Bahn dringend Doppelstrukturen abbauen und die Zentrale verschlanken.

Aber ob die Bahn mit Hilfe neuer Gleisbau-Techniken und eines WLAN-Netzes in Zügen und Bahnhöfen tatsächlich in absehbarer Zeit pünktlicher und kundenfreundlicher wird, muss sich erst zeigen. Versprechungen hat die Bahn in den vergangenen Jahren schon viele gemacht. Nun sollte Grube liefern und mittelfristig die Verschuldung von mehr als 20 Milliarden Euro wieder abbauen.

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