Kommentar zum Pleiten-Tief Die hohe Rechnung kommt noch

Meinung – Norbert Meyer | 08.12.2015, 17:31 Uhr

Die Zahl der Firmenpleiten ist 2015 auf ein Rekordtief gefallen. Diese vordergründig positive Meldung hat einen Pferdefuß, wie der Kommentator meint.

Die Themen Flüchtlinge und Terror sind derzeit so dominant, dass nüchterne Wirtschaftsnachrichten dahinter verschwinden. Dabei hängt das alles miteinander zusammen. Die Bewältigung des Zustroms von Migranten kostet viel Geld, ebenso verstärkte Rüstung und Sicherheit.

Dieses Geld muss der Staat ausgeben – und zum Glück hat der Bund ein kleines Polster für Notlagen angelegt. Eine wichtige Hilfe dabei sind die am deutschen Wirtschaftswachstum und der gefühlten Inflation gemessen absurd niedrigen Zinsen. Diese helfen derzeit nicht nur Wolfgang Schäuble aus der Klemme, sondern auch dessen Kassenhüter-Kollegen in den Ländern und den hoch verschuldeten Kommunen. Selbstverständlich aber auch klammen Unternehmen und Privatleuten.

Wenn man so will, hat also auch die Nachricht vom Rekordtief bei den Firmen- und Verbraucherinsolvenzen etwas Surreales. Mehr als sieben Jahre ist es jetzt her, dass die Politik den Finanzsektor mit bis dahin ungeahnten Rettungsmaßnahmen am Leben halten musste. Sie muss es - wie die Geldschwemme der EZB zeigt – noch immer. Sparen wird auf diese Weise bestraft, genau wie die Vorsorge fürs Alter. Aber die Rechnung für diese Politik wird ganz gewiss kommen – und sie wird hoch ausfallen.