Halbjahresbilanz verzeichnet Gewinn Fernbusse harte Konkurrenz für die Bahn

Von Beate Tenfelde | 24.07.2014, 16:57 Uhr

Die Deutsche Bahn (DB) sieht sich im Aufwind: Der Gewinn nach Steuern erhöhte sich laut dem aktuellen Geschäftsbericht um 15,9 Prozent auf 642 Millionen Euro, der Umsatz stieg um 1,9 Prozent auf 19,7 Milliarden Euro. Unerwartet hart trifft das Unternehmen allerdings der Erfolg der Fernbusse.

40 Unternehmen machen der Bahn auf fast 170 Verbindungen Konkurrenz. „Die ganze Branche hat die Dynamik des Fernbusgeschäfts unterschätzt“, sagte der für den Personenverkehr zuständige Vorstand Ulrich Homburg. 30 Prozent der jetzigen Fernbus-Nutzer seien früher auf der Schiene unterwegs gewesen.

Zwar stieg auch die Zahl der Fahrgäste in den Fernbussen der Bahn. Doch durch den umkämpften Markt sei dem Konzern ein Umsatz von rund 50 Millionen Euro verloren gegangen, räumte Bahn-Chef Rüdiger Grube ein. „Fakt ist: Der Wettbewerbsdruck nimmt zu – und zwar in allen Geschäftsfeldern“, sagte er.

Gestern in Berlin legte der Konzernvorstand eine für das Unternehmen erfreuliche Halbjahresbilanz vor. Danach hat die Bahn nach einem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr wieder zugelegt. Der Umsatz erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,9 Prozent auf 19,7 Milliarden Euro, der Gewinn nach Steuern um 15,9 Prozent auf 642 Millionen Euro.

Die Zahl der Fahrgäste stieg um zehn Millionen (plus ein Prozent) auf den Rekordwert von einer Milliarde, hob Grube hervor. Allerdings sank die Verkehrsleistung als maßgebliche Größe im Schienenpersonenverkehr um 0,4 Prozent. Sie gibt an, wie viele Kilometer die Fahrgäste insgesamt zurückgelegt haben. Dabei legte der Nahverkehr um 1,3 Prozent zu, der Fernverkehr ging dagegen um 2,8 Prozent zurück.

Wie schon 2013 hat auch in diesem Jahr das Wetter dem Unternehmen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der verheerende Gewittersturm „Ela“ hat Anfang Juni in Nordrhein-Westfalen den Verkehr teilweise lahmgelegt – die Auswirkungen waren auch bundesweit tagelang zu spüren. Der wirtschaftliche Schaden beträgt nach Angaben des Unternehmens 60 Millionen Euro.

„Ela“ sorgte unter anderem auch dafür, dass zuletzt die Pünktlichkeit auf der Strecke blieb. Allerdings sind laut Konzernchef Grube die Halbjahreswerte positiv: 95,6 Prozent aller Personenzüge der DB seien pünktlich ans Ziel gekommen.

Mehr Fahrgäste, mehr Pünktlichkeit und mehr digitaler Service sind die Unternehmensziele bis zum Jahresende. Dann soll auf dem gesamten, 5200 Kilometer langen ICE-Kernnetz ein leistungsfähiger WLAN-Empfang geschaffen sein. Laut Grube genießt Digitalisierung hohe Priorität.