Günstige Wohnungen Mangelware Teure Immobilien: Selbst Gutverdienende kriegen Probleme

Meinung – Michael Clasen | 07.12.2015, 19:28 Uhr

Wohnungen und Häuser in deutschen Großstädten und Ballungsräumen verteuern sich aus Sicht der amtlichen Gutachterausschüsse weiter. Eine Entwicklung, die anhalten wird.

Die Immobilienpreise sind in den vergangenen fünf Jahren rasant gestiegen . Ein Ende des Trends ist nicht absehbar, insbesondere in zentrumsnahen und guten Lagen. Schließlich hat die EZB die Niedrigzins-Politik nochmals verschärft. Das heißt: Kredite bleiben mittelfristig auf Rekordniveau günstig. Zudem gibt es auf dem Sparbuch kaum noch Zinsen. Auch aus- und inländische Großanleger setzen auf Immobilien.

Flüchtlingswelle verschärft Trend

Damit wird vor allem in Ballungszentren und Städten mit wachsender Bevölkerung die Nachfrage nach Betongold hoch bleiben. Dieser Trend wird durch die Flüchtlingswelle historischen Ausmaßes nochmals verstärkt. Die Mieten werden erheblich anziehen . Da bleibt auch die so genannte Mietpreisbreme der Großen Koalition wirkungslos. Hinzu kommen immer schärfere staatliche Vorschriften, die die Baukosten antreiben.

Günstige Mietwohnungen Mangelware

Warnungen vor einer entstehenden Blase sind übertrieben, zur Zeit zumindest. Im Vergleich zu Großbritannien oder Italien sind Häuser und Wohnungen in Boom-Regionen hierzulande so gar eher unterbewertet. Nichtsdestotrotz wurde bereits ein Preisniveau erreicht, bei dem selbst für gut verdienende Familien eine Immobilie etwa in guter Lage in München ein kaum zu finanzierbarer Traum bleibt. Ganz zu schweigen von Haushalten mit niedrigen Einkommen. Sie konkurrieren um günstige Mietwohnungen, die Mangelware sind. Die Bundesregierung verspricht zwar Abhilfe, doch bis der soziale Wohnungsbau in Deutschland wieder an Fahrt gewinnt, dürften Jahre vergehen.