Größter Hersteller in unserer Region E-Bike-Verkauf kurbelt Fahrradbranche an

Von Jörg Sanders | 08.03.2016, 14:47 Uhr

Der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) hat im vergangenen Jahr ein deutliches Umsatzplus verbucht. Wachstumsmotor waren erneut die immer beliebter werdenden E-Bikes. Sie sind nun die drittgrößte Modellgruppe.

Dem ZIV zufolge erzielten die deutschen Fahrradhersteller 2015 mit ihren Rädern und E-Bikes mit 2,42 Milliarden Euro ein Umsatzplus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr mit 2,16 Milliarden Euro. Den Umsatz der gesamten Branche samt Teile- und Zubehörindustrie schätzt der ZIV auf rund fünf Milliarden Euro. Die Hersteller profitierten vom Wandel des Fahrrads. Es sei „Trend, Statussymbol und Lieblingsobjekt“, heißt es in der Bilanz des ZIV. Dem ZIV zufolge gaben die Radfahrer in Deutschland durchschnittlich 557 Euro für ihr Gefährt aus. Dem Fahrrad-Monitor 2015 zufolge waren es im vergangenen Jahr 574 Euro. 

Größter Hersteller in Cloppenburg

Die Zahlen des ZIV sind auch wichtig für unsere Region. Denn in Cloppenburg sitzt Deutschlands größter Fahrradhersteller Derby Cycle. Die 750 Mitarbeiter produzieren die Marken Focus, Raleigh, Kalkhoff, Rixe und Univega. Unternehmensangaben zufolge verkauft Derby Cycle jährlich mehr als 500.000 Räder, darunter mehr als 100.000 E-Bikes. Der Umsatz liege bei jährlich 250 Millionen Euro, 2014 bei 258,6 Millionen Euro. Das Unternehmen erwirtschaftete 2014 einen Überschuss von rund 2,26 Millionen Euro.

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 Produktion: 2,19 Millionen Räder und E-Bikes produzierten die deutschen Hersteller in 2015, ein Plus von 2,3 Prozent. 2014 waren es 2,14 Millionen gewesen, im Jahr zuvor 2,16 Millionen.

 Absatz: Stärker stieg hingegen der Absatz – um 6,1 Prozent. Insgesamt verkaufte die Industrie 4,35 Millionen Räder und E-Bikes. Im Jahr zuvor waren es 4,1 und im Jahr 2013 3,8 Millionen Stück gewesen.

 Export und Import: In Deutschland wurden im vergangenen Jahr erneut deutlich mehr Räder importiert als exportiert. 3,28 Millionen Räder kamen 2015 aus dem Ausland – ein Plus von 18 Prozent. Mit 21 Prozent kam ein großer Anteil der Räder aus Kambodscha, weitere elf Prozent aus Polen.

Demgegenüber standen 1,16 Millionen exportierte Räder. Insgesamt sanken die Exporte um 2,5 Prozent. 2014 waren es 1,19 Millionen Räder gewesen, im Jahr zuvor 1,28 Millionen. Mit 21 Prozent waren die Niederlande der größte Abnehmer deutscher Räder, gefolgt von Österreich (12 Prozent) und Polen (7 Prozent).

Wachstumsmotor E-Bikes

Mit rund 20 Prozent legte die Produktion der E-Bikes auf 305.000 Einheiten deutlich zu. Insgesamt 535.000 Stück verkauften die deutschen Händler im vergangenen Jahr – 11,5 Prozent mehr als 2014 mit 480.000 Stück. Der Marktanteil dieser Räder am gesamten Fahrradmarkt liege dem ZIV zufolge nun bei 12,5 Prozent.

Während die Fahrradexporte insgesamt sanken, stieg die Zahl der ausgeführten E-Bikes um 37 Prozent auf 140.000 Einheiten. Doch noch wesentlich kräftiger stieg der Import. Mit 370.000 E-Bikes wurden 2015 60 Prozent mehr eingeführt als 2014 mit 230.000 Einheiten.

2,5 Millionen E-Bikes unterwegs

Mittlerweile seien rund 2,5 Millionen E-Bikes auf deutschen Straßen unterwegs, schätzt der Verband. 95 Prozent seien Pedelecs. Sie unterstützen den Radfahrer nur bis 25 Stundenkilometer. Ihre Motoren leisten maximal 250 Watt. Mit diesen Werten benötigen die Radfahrer weder ein Versicherungskennzeichen noch einen Mofa-Führerschein. Sie gibt es längst auch für Nischen wie etwa als E-Mountainbike und E-Lastenrad.

In Deutschland am beliebtesten bleibt aber das Trekkingrad. Jedes dritte Modell gehörte dieser Gruppe an. Es folgten das City-/Urban-Rad mit 21, Prozent und bereits auf Platz drei das E-Bike mit 12,5 Prozent. Der örtliche Fachhandel verkaufte 69 Prozent aller Ränder, 13 Prozent wurden über das Internet verkauft. Die verbleibenden 18 Prozent verteilten sich auf SB-Warenhäuser und Supermärkte.