Flughafen BER doch erst 2018? Warten, Hoffen, Schönreden

Meinung – Beate Tenfelde | 22.04.2016, 19:40 Uhr

Sechs Jahre verspätet - das ist die aktuelle Ansage für den neuen Hauptstadtflughafen. Eine Eröffnung noch 2017 wird von Tag zu Tag unwahrscheinlicher. Doch es wird immer deutlicher, dass da das letzte Wort nicht gesprochen ist. Nur: Wann wird es gesprochen? Ein Kommentar.

Tja, so kann man sich von Druck befreien. Eigentlich sollte eine klare Ansage kommen , ob der Berliner Hauptstadtflughafen BER tatsächlich 2017 eröffnet wird. Aber nichts Genaues weiß man auch nach der jüngsten Sitzung des Aufsichtsrats nicht. Immerhin dies ließ Berlins Regierender Bürgermeister und Aufsichtsratschef Michael Müller (SPD) wissen: Man wolle fertig werden. Das ist doch mal was.

Keine Haltung als Haltung zu verkaufen, das ist Kunst. Klar ist: Ein Debakel wie 2011, als der BER-Start nur wenige Wochen vor der Eröffnungsfeier geplatzt war, will Müller unbedingt vermeiden. Vier Mal wurde die Eröffnung des BER seither verschoben. Der Imageschaden für die Hauptstadt und mittlerweile für ganz Deutschland ist irreparabel. Und schon jetzt zeichnet sich nach Expertenmeinung ab: Der neue Flughafen, sollte er denn fertig werden, dürfte zu klein sein. Dazu ist er ein Milliardengrab , das die Berliner Flughafengesellschaft tiefer in die roten Zahlen reißt.

Deutsche Planung und Ingenieurkunst, wer mag daran noch glauben in Berlin? Allein der Bürgermeister hält trotz Baurückstands alles für möglich – selbst einen Start wie geplant im nächsten Jahr. Ob es Ende 2017 „oder vier Wochen später“ auf dem BER losgehe, das ist für ihn nicht entscheidend. Von „ politisch gesetzten“ Terminen hält er nichts. Das heißt erneut: Warten, Hoffen, Schönreden. Konkreteres im Juni? Dann zumindest könnte es Klarheit geben, ob die EU Beihilfen von zwei Milliarden Euro zahlt. Vielleicht.