Firmenporträt Firma Große Kracht: Kälte ist ihr Geschäft

Von Joachim Dierks | 26.06.2013, 09:32 Uhr

„Logischerweise fällt die Kühlung immer am Wochenende und bei 30 Grad im Schatten aus“, gibt Katrin Koch mit einem leichten Schmunzeln aus ihrem Erfahrungsschatz preis. Und weil das nun einmal so ist, kennt die Enkelin des Firmengründers Josef Große Kracht aber auch das passende Gegenmittel, mit dem das gleichnamige Unternehmen in solchen Fällen seinen Kunden hilft: Datenfernwirktechnik.

An das hauseigene Übertragungssystem sind mehrere Hundert Lebensmittelmärkte, Hochregal-Kühllager und ähnliche Anlagen in Deutschland und dem benachbarten Ausland angeschlossen. Es zeichnet nicht nur die dort herrschenden Temperaturen auf und erledigt damit die gesetzlich vorgeschriebenen Dokumentationspflichten, sondern reagiert bei Störungen auch automatisch, indem etwa Einstellwerte geändert werden.

„Durch eine solche Ferneinwirkung lassen sich viele Störungen ohne Personaleinsatz beheben. Wenn doch einer rausmuss, und das ist an 365 Tagen im Jahr in kürzester Frist durch unsere Teilnahme an einem bundesweiten Service-Netz garantiert, dann kann der Techniker sofort zielgerichtet angreifen“, erläutert Koch, die in dem Unternehmen für Marketing zuständig ist.

Die Firma Große Kracht hat ihren Hauptsitz in Osnabrück im Gewerbegebiet Fledder. Zusammen mit den Niederlassungen in Lohne, Hannover und Rheda-Wiedenbrück beschäftigt sie 105 Mitarbeiter. Zum Firmenverbund gehört die Firma Thermo King Berlin Transportkälte GmbH mit Standorten in Berlin und in Magdeburg.

Die Wurzeln der Firmengruppe liegen in einem kleinen Milchladen in der Spichernstraße Nr. 18 in Osnabrück. „Meine Vorfahren mussten sich vor dem Krieg ja auch schon Gedanken machen, wie sie die Milch kühl halten“, erzählt Katrin Koch aus der Familien- und Firmengeschichte. Daraus erwuchs 1945 die Firma „Josef Große Kracht Osnabrücker Kältedienst, Spezialwerkstatt für Kühlanlagen und Fleischereimaschinen“. 1963 zog der Betrieb in das im Entstehen begriffene Gewerbegebiet Fledder.

1965 trat mit Dieter Große Kracht die zweite Generation in die Geschäftsleitung ein. Der heute 72-Jährige hat seit 2002 einen Mitgeschäftsführer an seiner Seite: Torsten Buddenbohm. Der gehört fast auch zur Familie, wie Katrin Koch es ausdrückt, denn dessen Vater Manfred war der erste Lehrling, den Josef Große Kracht einstellte.

Die beiden großen Geschäftsfelder des Unternehmens sind „Mobile Kälte“ und „Stationäre Kälte“. Unter „Mobiler Kälte“ werden Kühlaggregate für Lkw-Kofferaufbauten, Sattelauflieger und Kleintransporter verstanden.

Egal ob Fisch oder Fleisch, Blumen oder Medikamente, Lebendküken oder wertvolle Ölgemälde - auch lange Transportwege sind für Kühl- oder Gefriergut kein Hindernis. In den meisten Fällen beschafft der Kunde sich Fahrzeug und Aufbau selbst und lässt sich dann in einer der Große Kracht-Niederlassungen die Kühlung einbauen. Zunehmend verkauft die Firma aber auch komplette Fahrzeuge inklusive Isolieraufbau und Kühlung. Eine wachsende Sparte sind Kühlungen für Auslieferungsfahrzeuge des Pharma-Großhandels. Vom Hersteller zum Grossisten war Temperaturkontrolle in Groß-Lkw schon immer ein Thema. EU-Verordnungen haben jetzt aber auch das nächste Glied in der Kühlkette reglementiert, den Weitertransport zur Apotheke. Für temperaturempfindliche Arzneien wie Insulin oder Grippeimpfstoffe ist seitdem die Einhaltung einer definierten Frachtraumtemperatur mit Dokumentation und Zertifizierung auch im Kleintransporter vorgeschrieben.Stationäre Kälte verbreiten die Große-Kracht-Kälteanlagen etwa in Supermärkten, Logistikzentren, Büro- und Produktionsräumen und Krankenhäusern.

Stationäre und mobile Kälte sind in etwa gleich stark am Umsatz beteiligt, wobei Zahlen zur Umsatzhöhe generell nicht genannt werden. Mitgeschäftsführer Buddenbohm verrät jedoch so viel: „Bei den Neuausrüstungen wird das Geschäft komplexer und schwankt recht stark in Abhängigkeit von den Investitionsentscheidungen der großen Abnehmer. Der Bereich Service und Wartung verzeichnet hingegen eine stabile Aufwärtsentwicklung.“

Hier würden langjährige Zuverlässigkeit und schnelle Hilfe in Notfällen von der Stammkundschaft honoriert. Mechthild Möllenkamp ist mit ihren fünf Edeka-Märkten und zahllosen Tiefkühlsystemen in Osnabrück so eine Stammkundin. Sie sagt über ihr Verhältnis zu den Kältespezialisten: „Wenn bei uns am Wochenende eine Störung im Tiefkühlraum aufträte und wir bei hochsommerlichen Temperaturen stundenlang warten müssten, bis ein Techniker kommt, dann wäre das eine Katastrophe. Wir können auch nachts bei Große Kracht anrufen, da steht sofort einer auf der Matte.“

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