Ferkelkastration soll ein Ende haben Bauernverband will Tierhaltung verbessern

14.09.2011, 04:00 Uhr

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat seine Bereitschaft signalisiert, über eine Verbesserung von Haltungsverfahren nachzudenken. „Es gibt derzeit in Sachen Tierschutz einen ziemlich rauen Gegenwind für uns Landwirte“, räumte DBV-Generalsekretär Helmut Born in unserer Zeitung ein. Das Thema Tierschutz steht heute im Mittelpunkt des DBV-Veredlungstages im westfälischen Dorsten. Born sagte, der Neubau von Ställen werde bei vielen Mitbürgern kritisch gesehen.

Born verwahrte sich dagegen, dass „die bei uns übliche Tierhaltung generell als Massentierhaltung in Misskredit gebracht“ werde. Die Haltung von Rindern, Schweinen und Hühnern im Sinne des Tierschutzes sei heute weitaus besser als vor 20 Jahren, betonte Born. Notwendig seien Ställe, in denen sich die Tiere wohlfühlen könnten und die trotzdem die Wettbewerbsfähigkeit und Leistungskraft der deutschen Landwirtschaft erhielten. Born: „Dieser Zusammenhang kommt beispielsweise bei den Initiativen des Bundeslandwirtschaftsministeriums zur Charta Landwirtschaft und im niedersächsischen Tierschutz-Aktionsplan zu kurz.“ Immerhin, so Born, hingen von den 4,2 Millionen Arbeitsplätzen in der Produktionskette bei Nahrungsmitteln in Deutschland mehr als zwei Millionen Jobs von der Tierhaltung ab.

Der DBV-Generalsekretär forderte einen langfristig angelegten nationalen Forschungs- und Entwicklungsplan, um binnen 20 Jahren noch verbliebene Tierschutzprobleme zu lösen, „unter Umständen durch gänzlich neue Haltungsverfahren. Wir müssen zum Beispiel weg von der Kastration der Ferkel und dem Enthornen der Kälber“, räumte Born ein.

Der Generalsekretär bekräftigte die Position des Bauernverbandes: „Tierschutz ist unteilbar und muss am Ende auch seinen Preis haben.“ Tierfreundliche Ställe seien nur dann möglich, „wenn die höheren Kosten der Bauern über die Verbraucherpreise ausgeglichen werden“.