Energieversorger unter Druck Zu hohe Gaspreise: Verbraucher haben die Wahl

Meinung – Alexander Klay | 28.12.2015, 19:46 Uhr

Die Gaspreise in Deutschland sollen einer Studie zufolge deutlich zu hoch sein. Handelt es sich dabei um Geschäftemacherei der Energieversorger? Denen kommt derzeit jeder Euro gelegen, merkt unser Autor an.

Wer noch eine Ölheizung betreibt, dürfte in diesem Winter jubeln: Wegen der bislang vergleichsweise hohen Temperaturen ist der Verbrauch ohnehin gering. Und wer seinen Tank erst spät gefüllt hat, konnte durch den tief gefallenen Ölpreis viel sparen. Auch Gas wird immer billiger. Doch anders als beim Öl geben die Energieversorger die stark gesunkenen Einkaufspreise bislang kaum an ihre Kunden weiter. Nach der 2010 gekippten Ölpreisbindung dürfen sie das – für die Verbraucher ist dies jedoch ein großes Ärgernis.

Was steht hinter dieser Entwicklung? Geschäftemacherei der Energieversorger? Von der Hand zu weisen ist diese Vermutung nicht: Natürlich nehmen Versorger jeden zusätzlichen Cent gerne mit, den sie erwirtschaften können. Umso mehr gilt dies für die wirtschaftlich schwierigen Zeiten, in denen sich die Unternehmen derzeit befinden. Durch Verwerfungen auf dem Strommarkt infolge der Energiewende stehen sie unter Druck. Das betrifft kleine Stadtwerke genauso wie große Energiekonzerne. Da käme es gelegen, Einbußen im Strombereich durch künstlich hohe Gaspreise auszugleichen.

Verbraucher müssen sich das jedoch nicht gefallen lassen. Sie sollten auf jeden Fall dem Rat der Verbraucherzentralen folgen: Wie beim Strom können sie auch beim Heizen einen anderen Tarif oder gleich einen anderen Anbieter wählen – und so mehrere Hundert Euro im Jahr sparen.