DNHK: Chancen für deutsche Firmen Niederländische Wirtschaft rappelt sich auf

Von Christian Schaudwet | 25.03.2015, 07:51 Uhr

Der Entsandte: Günter Gülker, Geschäftsführer der Deutsch-Niederländischen Handelskammer (DNHK) in Den Haag. Die Mission: Zuversicht verbreiten. Anders als Deutschland hätten die Niederlande in den vergangenen Jahren zwar arg unter der europäischen Wirtschaftskrise gelitten, berichtete der DNHK-Chef am Dienstag während einer Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim (IHK), „aber aus dem Tal sind wir jetzt raus.“

Mit der niederländischen Wirtschaft gehe es wieder aufwärts, und dieser Trend berge neue Geschäftschancen für deutsche Unternehmen – besonders für Firmen aus der unmittelbaren Nachbarschaft .

Der IHK-Bezirk grenzt auf mehr als 100 Kilometern an die Niederlande. Für viele Betriebe in der Region war das Land lange Auslandsmarkt Nummer eins. Rund 700 Unternehmen im Kammerbezirk pflegen Geschäftsbeziehungen in das Königreich . Doch dort schrumpfte die Wirtschaft in den Jahren 2012 und 2013, während die Arbeitslosenquote stieg.

2014 schafften die Niederlande dann ein bescheidenes Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent. Für das laufende Jahr erwarten Ökonomen immerhin 1,6 Prozent.

Der private Konsum zieht wieder an, was Gülkers Ansicht nach vor allem deutsche Bau- und Handwerksunternehmen auf den Plan rufen sollte: „Unternehmen aus dem Bausektor empfehle ich, wieder in die Niederlande zu schauen“, warb Gülker vor Managern und Unternehmern in Osnabrück. Denn die energetische Sanierung, die in Deutschland bereits Routinegeschäft sei, stehe bei den Nachbarn noch am Anfang. „Die Niederländer haben damit wenig Erfahrung, viele Häuser haben nicht einmal Doppelglasfenster“, sagte der aus der Grafschaft Bentheim stammende DNHK-Geschäftsführer.

Auch die Energiewirtschaft, vor allem der Ausbau von Offshore-Windparks, biete deutschen Unternehmen Chancen. Gülker warnte aber auch vor negativen Folgen der niederländischen Energiepolitik: Das Land werde Kohlekraftwerke sehr viel früher abschalten als Deutschland, und das könne zu Energieengpässen führen, sagte der Interessenvertreter unter Verweis auf den hohen Anteil niederländischen Stroms im deutschen Netz.

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