Diskussion in Osnabrück Masterplan für Energiewende gesucht

05.12.2015, 10:13 Uhr

Wie kommt Deutschland flexibel durch die Energiewende? Unter diesem Motto diskutierten Teilnehmer eines Expertengesprächs in Osnabrück, zu dem der Technologiekonzern Siemens eingeladen hatte. Klar wurde: Deutschland braucht einen Masterplan.

So erläuterte Gastredner Fritz Brickwedde, Präsident des Bundesverbands Erneuerbare Energien (BEE), die Herausforderungen, vor denen die Republik mit dem fortschreitenden Ausbau erneuerbarer Energien stehe. Parallel zum Aufbau von Windrädern und Solarzellen müsse es nun darum gehen, das Zusammenspiel von Reservekraftwerken, Technologien für Stromspeicher, flexiblen Netzen und Effizienzsteigerungen in Wirtschaft und Haushalten zu ordnen.

Neuer Blick auf Energie

Heinrich Bottermann, Generalsekretär der Bundesstiftung Umwelt (DBU), warb dabei für die Power-to-Gas-Technologie: Mithilfe überschüssigen Wind- und Solarstroms wird speicherbares Gas erzeugt. Damit erweitere sich der Blick von der Stromproduktion auf alle Disziplinen der Energieversorgung samt Gas und Wärme.

Positiv für Verbraucher: Ein Anstieg der EEG-Umlage, mit der etwa die Einspeisevergütung für grüne Kraftwerke finanziert wird, werde höchstens noch marginal, nicht aber mehr in drastischen Schritten erfolgen, sagte BEE-Präsident Brickwedde. Grund: Immer mehr der besonders hoch vergüteten Anlagen aus den 1990er und 2000er-Jahren erreichen die Fördergrenze von 15 bis 20 Jahren.

Partnerschaft von Stadt und Land

Klar wurde zudem: Auch energiehungrige Großstädte wie Osnabrück können ihren Bedarf mit den Erneuerbaren decken – wenn sie mit dem Umland an einem Strang ziehen. „Das Potenzial der Region reicht dazu aus“, sagte Walter Roppes, Leiter der Region Weser-Ems beim RWE-Ableger Westnetz. So produziert der Landkreis Emsland derzeit unterm Strich 112 Prozent seines Strombedarfs mit erneuerbaren Energien, Tendenz steigend, während Osnabrück mit derzeit sieben Windrädern und Solarenergie gerade einmal ein Teil der Privathaushalte versorgen kann.