„Die besten Arbeitgeber 2015“ Osnabrück-Emsland Deutsches Milchkontor: Unter Druck, aber als Arbeitgeber beliebt

Von Christian Schaudwet | 13.09.2015, 09:00 Uhr

Niedrige Milchpreise machen der deutschen Milchwirtschaft zu schaffen – auch dem Deutschen Milchkontor (DMK), der größten Molkereigruppe im Land. Der Beliebtheit als Arbeitgeber scheint das keinen Abbruch zu tun. Im „Focus“-Ranking „Die besten Arbeitgeber 2015“ belegt das Unternehmen Platz vier in der Kategorie Lebens- und Genussmittel, Tierfutter.

 Wie funktioniert das Ranking „Die besten Arbeitgeber 2015“? Antworten finden Sie unten. 

 Der Gewinn des DMK ging 2014 im Vergleich zum Vorjahr um knapp ein Viertel auf 42 Millionen Euro zurück – ein wesentlicher Grund war das russische Einfuhrverbot für Agrarprodukte aus der EU, das Moskau im Zuge des Ukraine-Konflikts in Reaktion auf westliche Embargos verhängt hat.

7400 Menschen an 26 Standorten in zehn Bundesländer beschäftigt das DMK. Schnittkäse der Marke Milram, Milch- und Molkekonzentrate werden in Georgsmarienhütte bei Osnabrück hergestellt. Die DMK-Geschäftsführung steuert die von 8900 Milchbauern getragene Genossenschaft von Everswinkel im Kreis Warendorf aus.

Personalexperten wie der Karriere-Coach und Buchautor Martin Wehrle fordern seit Langem, Personalabteilungen aus ihrem Dasein als „Einwohnermeldeämter“ zu befreien und in der Unternehmenshierarchie aufzuwerten. Was das DMK am 4. Mai getan hat, dürfte Wehrles Zustimmung finden: Die Genossenschaft hat ihre Personalchefin Ines Krummacker – und damit ihr Tätigkeitsfeld – in die Geschäftsführung berufen. 

Krummacker war zuvor Personalleiterin der Nordmilch AG und hat während ihrer Karriere in verschiedenen Funktionen Personalarbeit gemacht. Im Wettbewerb um Nachwuchskräfte sieht sie das DMK als Genossenschaft im Vorteil. Wegen der genossenschaftlichen Wurzeln sei die Unternehmenskultur geprägt durch offenen Dialog auf allen Ebenen und ein kollegiales Arbeitsklima – was sich nicht zuletzt in einer geringen Fluktuationsrate niederschlage.

Ines Krummacker über…

 …die Erwartung heutiger Berufsanfänger an Arbeitgeber: 

 „Berufsanfänger erwarten neben den klassischen guten Rahmenbedingungen vor allem eine berufliche Perspektive mit Entwicklungsmöglichkeiten und Karrierechancen. Sie möchten die Zukunft ihres Unternehmens mitgestalten können. Darüber hinaus legen sie großen Wert darauf, in Teams zu arbeiten und gemeinsam Dinge zu bewegen. Die Wertschätzung ihrer Arbeit und konstruktives Feedback sind dabei wesentliche Elemente. 

 Wir versuchen nach Möglichkeit, unsere Belegschaft in die Gestaltung der Arbeitsprozesse einzubinden. Unser Ziel ist, die Mitarbeiter durch eigenes Engagement und kreative Ideen erlebbar an der Entwicklung unseres Unternehmens teilhaben zu lassen. Daran arbeiten wir tagtäglich.“ 

 Teil 1: der Gebäudedienstleister Piepenbrock, Osnabrück 

 Teil 2: das Volkswagen-Werk Osnabrück 

 Teil 3: die Johann Bunte Bauunternehmung in Papenburg 

 Teil 4: die LVM Versicherung in Münster 

 Teil 5: der Autozulieferer ZF Friedrichshafen am Dümmer 

 Teil 6: der Herrenmodemacher Engbers, Gronau 

 Teil 7: der Textillogistik-Dienstleister Meyer & Meyer in Osnabrück

 Teil 8: der Agrarhändler Agravis Raiffeisen in Münster 

 Teil 9: der Landmaschinenhersteller Claas in Harsewinkel 

 Teil 10: das Osnabrücker Bauunternehmen Köster 

 Teil 11: die Molkereigruppe Deutsches Milchkontor in Everswinkel 

Teil 12 folgt am 20. September: Wago Kontakttechnik in Minden