Mieten fressen das Einkommen auf Deutschland fehlen 1,9 Millionen bezahlbare Wohnungen

Von Bastian Rabeneck | 25.03.2019, 16:09 Uhr

In deutschen Großstädten bezahlbaren Wohnraum zu finden, ist fast aussichtslos geworden. Besonders heikel ist es für einkommensschwache Haushalte, die meist über die Hälfte ihres Einkommens für Mietkosten aufbringen müssen. Die finanzielle Belastung liegt dabei weit über der zumutbaren Grenze.

In den 77 deutschen Großstädten – also in Städten mit mindestens 100.000 Einwohnern – fehlen rund 1,9 Millionen günstige Wohnungen. Das geht aus einer Auswertung von Daten des Statistischen Bundesamtes durch die Hans-Böckler-Stiftung hervor. Am größten ist demnach die Wohnungsnot in Berlin, Hamburg und Köln. Aber selbst in kleineren Großstädten wie Offenbach, Erlangen oder Bremerhaven geht die Differenz zwischen Angebot und Nachfrage in die Tausende.

Viele Menschen werden durch die Wohnkosten zu schwer belastet. So müssen vier von zehn deutschen Großstadthaushalten – in denen rund 8,6 Millionen Menschen leben – mindestens 30 Prozent ihres Nettoeinkommens für Mietkosten ausgeben. Laut der Stiftung stoßen Haushalte ab diesem Wert an ihre finanziellen Grenzen. Die Großstädte in Norddeutschland liegen ungefähr im Bundesdurchschnitt. In Osnabrück und Braunschweig zahlen insgesamt 40 Prozent der Haushalte über 30 Prozent ihres Nettoeinkommens für Miete. In Hannover ist das Wohnen noch teurer. Dort liegen 43 Prozent der Haushalte über der Grenze. Am besten schneidet für den Norden Rostock in Mecklenburg-Vorpommern mit 38 Prozent ab. In Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt Kiel müssen 39 Prozent der Haushalte mehr als 30 Prozent ihres Einkommens für Miete berechnen.

Halbes Einkommen für die Miete

Ernüchternd fällt bundesweit auch die sogenannte Mietbelastungsquote aus. Die Auswertung zeigt: Je geringer das Einkommen eines Haushalts, desto höher ist die Belastung durch Mietkosten. Wer in Deutschland 60 Prozent oder weniger des Mittleren Einkommens von 1484 Euro verdient, gilt als armutsgefährdet. Das entspricht 890 Euro. Ein Einpersonenhaushalt kann sich laut der Studie damit maximal eine Miete in Höhe von 267 Euro leisten. Die Realität sieht anders aus: Haushalte an der Armutsgrenze müssen im Durchschnitt über die Hälfte ihres Einkommens (52,59 Prozent) für die Warmmiete ausgeben. In Osnabrück liegt der Wert bei 51,61 Prozent. Mit 51,24 Prozent ist es in Rostock kaum weniger, Kiel kommt auf 52,17 Prozent.

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