Creditreform: Herbst-Umfrage 2014 Trotz Krisen trotzt Region Konjunkturflaute

Von Désirée Therre | 08.12.2014, 14:29 Uhr

Die mittelständischen Unternehmen in der Region trotzen dem Konjunkturabschwung. Dies hat eine Umfrage der Wirtschaftsauskunftei Creditreform ergeben.

 Die aktuelle Geschäftslage bewertet demzufolge gut die Hälfte aller befragten Unternehmen mit „sehr gut“ und „gut“. Das sind etwa so viele wie vor einem Jahr, wie die Herbst-Umfrage von Creditreform ergab. Daran beteiligten sich 1296 Mittelständler aus dem Raum Weser-Ems. Die Wirtschaftsforscher untersuchten die Hauptwirtschaftszweige verarbeitendes Gewerbe, Bau, Handel und Dienstleistungen.

Die allgemeine Stimmungslage ist nach der Auswertung der Prüfer im Baugewerbe gedämpfter ausgefallen, allerdings bleibe die Branche in Westniedersachsen Konjunkturlokomotive. Die Einschätzungen des verarbeitenden Gewerbes fielen hingegen positiver aus als im Vorjahr.

Trotz der soliden Grundeinschätzung ist die Umsatzentwicklung in den vergangenen Monaten etwas zurückgegangen. Lediglich 36,1 Prozent der Mittelständler (Vorjahr: 32,2 Prozent) hätten eine Steigerung der Umsätze vermeldet, heißt es in der Studie. Dennoch gaben nur rund 16,6 Prozent der Unternehmen an (Vorjahr: 17,5), dass ihr Umsatz gesunken sei.

Stellt sich die aktuelle Lage laut der Studie relativ positiv dar, zeigten sich die Unternehmen im Ausblick doch verhalten: Nur noch 21,9 Prozent der Befragten rechnen mit steigenden Umsätzen (Vorjahr: 29,5 Prozent), 16,8 Prozent befürchten gar einen Umsatzeinbruch. Damit verdoppelte sich die Zahl derer, die mit einem Rückgang der Umsätze rechen (Vorjahr: 8,8 Prozent).

Nicht nur an den verhaltenen Umsatzerwartungen zeigt sich der Stimmungsdämpfer der regionalen Wirtschaft. Auch die Einstellungsbereitschaft sei leicht gesunken: von 29,4 Prozent auf 26,9 Prozent. Zudem hätten mehr Unternehmen Mitarbeiter entlassen als im Vorjahr, 12,9 Prozent statt 10,6 Prozent. In den nächsten Monaten sei auch keine Einstellungswelle zu erwarten, sagte Creditreform-Prokurist Armin Trojahn. Fast jeder achte Befragte (11,9 Prozent) gehe davon aus, Mitarbeiter zu entlassen. Im Vorjahr waren es nur 7,6 Prozent. Gerade im Dienstleistungssektor suchten Firmen jedoch nach Bewerbern.

Eine deutlich schlechtere Investierlaune, zeige sich vor allem im Baugewerbe. Die Wirtschaftsforscher führen dies zurück auf die schwache Konjunktur im Euro-Raum, Energiekosten sowie die Einführung des Mindestlohns. Die Ukraine-Krise hingegen habe kaum Auswirkungen auf die Investitionsvorhaben der regionalen Unternehmen, sagte Trojahn. Jeder sechste Befragte mache sich Sorgen um die Entwicklungen im Osten.

Insgesamt weiterhin positiv hat sich laut der Studie die Eigenkapitalquote der Unternehmen entwickelt: Gut die Hälfte der mittelständischen Unternehmen im Weser-Ems-Gebiet (58 Prozent) verfüge über eine Eigenkapitalquote von mehr als 30 Prozent. „Wer seine Hausaufgaben gemacht hat, kann positiv in die Zukunft schauen“, sagte Trojahn. Insgesamt sei die Geschäftsgrundlage gut, sagte Trojahn. Die Unternehmen gingen jedoch mit Vorsicht in das neue Jahr.