Forderung vor Sonderkonferenz Wirtschaftsrat der CDU: Özdemir muss Acker-Stilllegung aussetzen

Von Dirk Fisser | 28.07.2022, 01:30 Uhr

Sollten vier Prozent der Ackerfläche in Deutschland tatsächlich stillgelegt werden? Die EU lässt angesichts des Ukraine-Krieges Spielraum bei Umweltauflagen. Den sollte Bundesagrarminister Cem Özdemir nutzen, fordert der Wirtschaftsrat der CDU.

Der Wirtschaftsrat der CDU fordert Bundesagrarminister Cem Özdemir auf, die geplante Stilllegung von Ackerflächen auszusetzen. Generalsekretär Wolfgang Steiger teilte unserer Redaktion mit, der Grünen-Politiker „muss hier jetzt endlich tätig werden und darf nicht weiter auf Zeit spielen. Jede Woche Verzögerung schadet.” Die Landwirte müssten zeitnah wissen, ob und was sie auf den Flächen anbauen dürfen. 

Özdemir kritisiert EU-Entscheidung

Zuvor hatte die EU-Kommission Mitgliedsstaaten die Möglichkeit eröffnet, Umweltauflagen für den Ackerbau zu lockern. Dazu zählt auch die bislang vorgesehene Stilllegung von vier Prozent der Anbauflächen. Özdemir hatte die Ankündigung der Kommission zuletzt im Interview mit unserer Redaktion kritisiert. 

Generalsekretär Steiger forderte den Minister auf, von den Möglichkeiten Gebrauch zu machen. Durch die „Zwangsbrache” würde das Anbaupotenzial von Hunderttausenden Hektar Ackerfläche verschwendet. „Wie wollen wir unsere Handlungen, ja Luxusprobleme, vertreten, wenn in ärmeren Teilen der Welt Menschen verhungern”, fragte Steiger. 

Am Donnerstag schalten sich die Agrarminister von Bund und Ländern zusammen. Auf dem Sondergipfel soll unter anderem über eine mögliche Steigerung der Getreideproduktion in Deutschland gesprochen werden. Auch Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast hatte ein Verzicht auf die Flächenstilllegung gefordert.

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