Branchengröße mit Sitz in Belm Gewürzhersteller AVO setzt auf Fußball-WM

Von Siegfrid Sachse | 12.02.2014, 07:00 Uhr

Der Verbrauch von Gewürzen nimmt weltweit stetig zu. Im Osnabrücker Land gibt es mehrere große Hersteller, die von diesem Trend profitieren, darunter das Unternehmen AVO aus

Schon die Steinzeitmenschen hatten einen Sinn für Geschmack. Das lassen archäologische Funde vermuten, die den Gebrauch von Blättern, Früchten und Samen bei der Fleischzubereitung unserer Vorfahren nahelegen.

In den letzten 20 Jahren hat sich der Verbrauch von Gewürzen verdoppelt. Davon profitiert auch das Unternehmen AVO-Werke August Beisse in Belm. Rund 550 Gramm Gewürze werden in Deutschland pro Kopf und Jahr verwendet. Davon gehen 65 Prozent in die Ernährungsindustrie und das Nahrungsmittelhandwerk, die von AVO beliefert werden. Die übrigen 35 Prozent werden direkt in den privaten Haushalten verbraucht.

AVO gehört zu den führenden Gewürzspezialisten in Europa, hat seinen Umsatz 2013 um 10,8 Prozent auf 135 Millionen Euro gesteigert und dadurch seine Marktposition ausgebaut. Die Geschäftsführer Guido Maßmann und Bernhard Loch sowie Marketingleiter Friedel Lemme begründen dies mit Erfolgen in neuen Geschäftsfeldern und verstärkten Aktivitäten im Bereich Feinkost. Doch auch die Verdrängung von Konkurrenten und Neuentwicklungen trugen nach ihren Angaben zur Umsatzsteigerung bei. Zu den AVO-Kunden gehören auch namhafte Lebensmitteleinzel- und -großhändler,

Ein überproportionales Wachstum verzeichnete die Firma AVO, die im Bereich Verarbeitungsgewürze und Marinaden im Inland mit einem Anteil von mehr als 30 Prozent Marktführer ist, auch im Export. Vor allem in Osteuropa legte das Unternehmen kräftig zu. Seit 1997 besteht eine eigene Niederlassung mit 25 Beschäftigten in Polen. Zu den Wachstumsträgern zählten 2013 auch Russland und die Ukraine. Darüber hinaus setzt das Familienunternehmen einen erheblichen Teil der Produktion in Westeuropa ab, unter anderem in Frankreich.Insgesamt verkaufte AVO im vorigen Jahr 36000 Tonnen Fertigprodukte, Marinaden, Gewürze und Zusatzstoffe.

Für 2014 plant AVO einen Umsatz von 142 Millionen Euro. Insgesamt werden am Stammsitz in Belm 550 Personen beschäftigt, in der Gruppe (einschließlich der Produktionsgesellschaft in Mannheim) sind es 630. In diesem Jahr sollen etwa 30 Neueinstellungen erfolgen. Allerdings sei es schwierig, hochqualifiziertes Personal zu bekommen, hieß es.

Die Geschäftsführung sieht vorerst noch genügend Wachstumsmöglichkeiten in den angestammten Märkten. In den nächsten fünf Jahren soll der Umsatz auf etwa 200 Millionen Euro steigen, wobei die stärksten Impulse im Ausland erwartet werden. Anvisiert wird ein Exportanteil von 25 bis 30 Prozent.

Der Optimismus des Managements spiegelt sich auch bei den Investitionen wider. Allein in den letzten vier Jahren investierte AVO 27 Millionen Euro, unter anderem in Kapazitätserweiterungen und in die Prozessautomatisierung. In Belm platzt das Unternehmen inzwischen aus allen Nähten. Daher wird mit der Gemeinde über Erweiterungsmöglichkeiten verhandelt.

Die Produktionspalette der 1921 von August Vodegel gegründeten AVO GmbH umfasst etwa 5000 Artikel. Impulse erhofft sich das Unternehmen auch von der Fußball-WM in Brasilien. Dafür wurde ein spezielles Würz- und Marinadensortiment ins Programm aufgenommen, durch das den Fußballfans neue Geschmackserlebnisse vermittelt werden sollen.

Belms Bürgermeister Viktor Hermeler hebt hervor, dass die AVO-Werke einer der größten Arbeitgeber in seiner Gemeinde sind und deshalb einen hohen Stellenwert haben. Das Unternehmen habe enorm viel investiert, was sich für die Heimatgemeinde auszahle. Der Rathaus-Chef begrüßte zudem, dass AVO wichtige Projekte in der Gemeinde unterstützt. Als führender Gewürzspezialist in Europa mit zahlreichen Auslandsvertretungen ist das Unternehmen laut Hermeler auch international ein hervorragender Repräsentant für Belm.

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