Schweizer Anwalt untersucht Fall Bericht: Korruptionsvorwürfe gegen Ex-Bilfinger-Chef Roland Koch

Von Lorena Dreusicke | 15.06.2018, 14:35 Uhr

Beim Baudienstleister sollen Entscheidungen nicht immer sauber getroffen worden sein. Zwei Berichte belasten auch Koch.

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" hat ein US-Aufseher Korruption beim Unternehmen Bilfinger aufgedeckt. Die Vorwürfe richten sich gegen den früheren Vorstandschef, Roland Koch (60). Von 2011 bis 2014 übernahm er die Führung des Mannheimer Baudienstleisters, nachdem er elf Jahre lang hessischer Ministerpräsident (CDU) gewesen war.

Koch soll sich "an keine Regeln gebunden" gefühlt haben und Firmen weltweit eingekauft haben, ohne zu prüfen, ob sie sauber arbeiten. Dem Bericht zufolge habe Livschitz eine ganze Reihe an Fällen aufgelistet, bei denen er Korruption vermutet. Sie würden auch in die Zeit fallen, in der Koch das Unternehmen leitete.

Wie der "Spiegel" berichtet, überwacht der Schweizer Anwalt Mark Livschitz die Bilfinger-Geschäfte im Auftrag des US-Justizministeriums. Den Korruptionsverdacht dokumentierte Livschitz demnach 2015 in zwei vertraulichen Berichten. Sie könnten die Grundlage sein für mögliche Strafen gegen Bilfinger. Der Konzern hatte im Februar angekündigt, Koch und zwei weitere ehemalige Vorstände auf Schadensersatz in Höhe von 120 Millionen Euro zu verklagen – begründet mit "Pflichtverletzungen" bei der Zusammenführung von Unternehmen.