Aktie um fast elf Prozent gestiegen Derby Cycle will feindliche Übernahme abwenden

19.09.2011, 11:48 Uhr

Deutschlands größter Fahrradhersteller Derby Cycle will eine drohende feindliche Übernahme durch die Zusammenarbeit mit einem strategischen Partner abwenden. Die Verhandlungen seien bereits fortgeschritten, sagte ein Sprecher am Montag in Wiesbaden.

Eine Vereinbarung über einen Zusammenschluss würde auch die Abgabe eines Übernahmeangebotes an alle Derby-Aktionäre vorsehen, hieß es. Die Aktie des Unternehmens gewann mehr als 14 Prozent.

Nach einem Bericht der «Financial Times Deutschland» (FTD/Montag) handelt es sich bei dem möglichen Derby-Partner um das niederländische Unternehmen Pon, zu dem auch der Fahrradhersteller Gazelle gehört. Der Vorstoß könne eine Reaktion auf den Einstieg des niederländischen Konkurrenten Accell bei Derby sein. Accell hatte im August den Anteil bei Derby Cycle auf 22 Prozent ausgebaut.

Derby Cycle befürchtete aber eine feindliche Übernahme durch Accell. Es gebe kein Interesse an einer Zusammenarbeit mit der Accell Group, hatte der Vorstandsvorsitzende Mathias Seidler gesagt.

Derby Cycle war im Februar an die Börse gegangen und ist nach eigenen Angaben einer der führenden Fahrradhersteller in Europa mit den Marken Kalkhoff, Focus, Raleigh, Univega und Rixe. 2009/2010 erzielte das Unternehmen mit 550 Mitarbeitern und 430 000 verkauften Fahrrädern Umsatzerlöse von 173 Millionen Euro. Für das laufende Geschäftsjahr wird eine Steigerung auf 220 bis 240 Millionen Euro erwartet. Vor allem der Verkauf von Elektrorädern boomt.