Abgasskandal ADAC: Diesel-Umrüstung erfolgreich – Golf und Polo im Test

Von Stefanie Witte | 24.01.2017, 06:00 Uhr

Gute Nachrichten für die Umwelt: Nach Softwareupdate und Nachrüstung bei VW-Fahrzeugen sinkt der Stickoxid-Ausstoß zumindest bei Golf und Polo offenbar erheblich.

Die Umrüstung von VW-Autos infolge des Dieselskandals ist laut ADAC erfolgreich und bringt offenbar keine Nachteile für den Verbraucher. Mit einem Test, dessen Ergebnisse unserer Redaktion vorab vorlagen, schloss der Automobilclub jetzt die Prüfung von Dieselautos vor und nach dem Software-Update ab. Das Fazit: Weder beim Verbrauch noch bei der Motorleistung stellten die Ingenieure größere Nachteile fest.

Nachdem öffentlich geworden war, dass VW illegale Abschalteinrichtungen eingesetzt hatte, hatte sich der Konzern mit dem Kraftfahrtbundesamt darauf geeinigt, die betroffenen Fahrzeuge umzurüsten. Der Umwelt tut das gut. Beim Golf 2.0 Diesel ging der Stickoxid-Ausstoß laut ADAC um bis zu 33,9 Prozent zurück, beim Polo bis zu 22,9 Prozent. Beim aktuell untersuchten Golf, einem Golf VI Variant 1.6., wurde zusätzlich ein kleines Plastikgitter eingebaut. Anschließend sanken die Stickoxid-Emissionen um bis zu 57 Prozent.

Um das Verhalten des Autos und die Auswirkungen des Updates zu prüfen, hatte der ADAC nicht nur nach dem offiziellen Testverfahren geprüft, dem sogenannten Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ), nach dem ein Automodell zugelassen wird, sondern auch nach einem eigenen Verfahren auf der Autobahn und nach einem internationalen Verfahren. Erst durch die letzten beiden Tests zeigte sich, dass der Stickoxidausstoß auf der Straße durch Update und Plastikgitter erheblich gesenkt wird.

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Diese Messungen seien wesentlich realitätsnäher und strenger als die gesetzlichen Messverfahren, sagte Reinhard Kolke, Leiter des ADAC-Technikzentrums, unserer Redaktion. Sie „zeigen bei allen drei Testfahrzeugen – VW Golf 2.0, VW Polo 1.2 und VW Golf VI Variant 1.6. – eine deutliche Reduzierung der Stickoxidemissionen nach der Umrüstung.“ Der ADAC weist darauf hin, dass es sich bei den Messungen um Einzelergebnisse handelt. In dem Testverfahren wurde jeweils ein Auto untersucht. „Wir können zwar nur für die direkt von uns getesteten Automodelle sprechen, aber diese bringen nach Umrüstung einen Vorteil für die Umwelt“, sagte Kolke.

Bei allen drei Fahrzeugen lag der Kraftstoffverbrauch schon vor der Umrüstung über den Herstellerangaben. Beim Polo waren es bis zu 9,6 Prozent, beim Golf Variant nur 2,5 Prozent. Danach stiegen die Verbrauchswerte noch einmal – beim Golf Variant und beim 2-Liter-Golf um bis zu 2,5 Prozent. Beim Polo waren es bis zu 2,7 Prozent.