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29.12.2017, 15:04 Uhr KOMMENTAR ZU DIESELSKANDAL

Das Tricksen und Täuschen bei VW hört nicht auf

Kommentar von Katharina Ritzer

Was ist nur los im Konzern VW? Statt die Aufklärung des Dieselskandals voranzutreiben, tricksen und täuschen die Verantwortlichen weiter. Foto: dpaWas ist nur los im Konzern VW? Statt die Aufklärung des Dieselskandals voranzutreiben, tricksen und täuschen die Verantwortlichen weiter. Foto: dpa

Osnabrück. Wer dachte, VW würde sich wenigstens bei der Aufarbeitung des Dieselskandals um Transparenz bemühen, sieht sich enttäuscht. Vor dem Bundesverfassungsgericht will der Konzern nun die Arbeit des Sonderermittlers ausbremsen. Sein Image als Trickser wird der Autobauer so sicher nicht los. Ein Kommentar.

Natürlich kann VW alle rechtlichen Mittel bis hin zum Bundesverfassungsgericht ausschöpfen, um sich einer Sonderprüfung durch seine eigenen Aktionäre zu entziehen. Aber was hat der Konzern dabei zu gewinnen? Selbst wenn die obersten Richter die Sonderprüfung tatsächlich untersagen würden, was höchst unwahrscheinlich ist, wäre VW der Verlierer.

Der Autobauer steht allen wohlfeilen Beteuerungen zum Trotz immer mehr und sogar noch schmutziger in der Schmuddelecke – als Trickser, Tarner und Täuscher. Als Geheimniskrämer, der etwas sehr Schlimmes zu verbergen hat. Als schuldbewusster, aber völlig uneinsichtiger Betrüger, der sich mit allen Mitteln gegen jede Aufklärung wehrt – das Oberlandesgericht Celle hat diese Haltung sehr treffend als „andauernde Intransparenz“ verurteilt. Das sind bemerkenswert deutliche Worte eines hohen deutschen Gerichts, die aber an VW abperlen wie Regen am Lack.

Merkwürdig nur, dass ein von den US-Behörden eingesetzter Aufpasser bereits seit einem halben Jahr in Wolfsburg jeden Stein umdrehen kann und die gute Zusammenarbeit mit den VW-Managern sogar ausdrücklich lobt. Scheint, als akzeptiere der Weltkonzern nur eine Weltmacht als ebenbürtig – nicht aber deutsche Gerichte.


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