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18.12.2017, 17:12 Uhr KOMMENTAR

Studie zur Ausbildung: Unternehmen denken um

Von Nina Kallmeier


Laut Bertelsmann-Studie haben Hauptschüler und Jugendliche mit ausländischem Pass schlechtere Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Doch Unternehmen denken um. Foto: dpaLaut Bertelsmann-Studie haben Hauptschüler und Jugendliche mit ausländischem Pass schlechtere Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Doch Unternehmen denken um. Foto: dpa

nika. Osnabrück. Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz sind für viele junge Menschen ohne Abitur in Deutschland deutlich schlechter. Besonders schwer haben es laut einer Bertelsmann-Studie aber ausländische Jugendliche ohne deutsche Staatsbürgerschaft. Der DIHK sieht eine Trendwende jedoch bereits geschafft. Ein Kommentar.

Die Erkenntnis ist nicht neu: Schulabschluss und soziale Herkunft haben einen großen Einfluss auf den beruflichen Lebensweg. Der Abschluss ist eine Visitenkarte, mit der sich junge Menschen den beruflichen Einstieg erleichtern – oder erschweren. Und lange konnten sich Unternehmen aus der Flut von Bewerbern die Rosinen herauspicken.

Diese Zeiten sind jedoch vorbei, und das wissen auch die Betriebe. Die Zahl der Abiturienten steigt, gleichzeitig hat die duale Ausbildung an Ansehen eingebüßt, und der demografische Wandel erschwert die Lage. Die Folgen sind Fachkräftemangel und unbesetzte Lehrstellen.

Um beidem entgegenzuwirken, hat jedoch ein Umdenken in zwei entgegengesetzte Richtungen stattgefunden: Zum einen sprechen Betriebe beim Thema Ausbildung gezielt Abiturienten an. Dadurch steigt der Anteil von Anfängern mit höherem Bildungsabschluss. Aufgrund von Förderprogrammen öffnen Firmen sich jedoch auch vermehrt Jugendlichen, die aufgrund ihres Zeugnisses früher keine Chance gehabt hätten.

Hier sollte die Politik gezielt weiter fördern und investieren, um berufliche Wege aufzuzeigen. Wenn Betriebe nicht alleingelassen werden, steigt die Bereitschaft, praktisch begabten Jugendlichen eine Chance zu geben – auch wenn sie, schulisch gesehen, Nachholbedarf haben.


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