Ein Bild von Dirk Fisser
05.12.2017, 17:40 Uhr KOMMENTAR ZUR LAGE DER LANDWIRTSCHAFT

Bauern sind gefangen in der Wachstumsspirale

Kommentar von Dirk Fisser

Eine Milchkuh in Niedersachsen. Foto: dpaEine Milchkuh in Niedersachsen. Foto: dpa

Osnabrück. Die Landwirte in Deutschland verdienen wieder mehr Geld, teilt der Bauernverband mit. Ist jetzt wieder alles gut? Ein Kommentar zur Lage der Branche.

Die verbesserte wirtschaftliche Lage in der Landwirtschaft ermöglicht den Bauern nicht mehr als ein kurzes Luftholen. Der Veränderungsdruck bleibt: in Form gesellschaftlicher Anforderungen, politischer Vorgaben und wirtschaftlicher Zwänge. Eine Zahl macht das deutlich: Seit Beginn des Jahrzehnts haben nach Berechnungen des Bundesamtes für Statistik mehr als 30000 Betriebe geschlossen.

An sich schon eine Dimension, die aufhorchen lassen müsste. Doch die Zahl sagt noch nichts aus über die vielfältigen Geschichten, die hinter dem Wert stehen: Bauernhöfe, die über Generationen von einer Familie bewirtschaftet worden sind und nun aufgegeben werden. Betriebe, die dem Zwang zum Wachstum nicht mehr standhalten, die nicht noch einen Kredit bei der Bank aufnehmen konnten, oder Bauern, die einfach die Schnauze voll hatten angesichts der gesellschaftlichen Dauerkritik. Es gibt viele Gründe, einen Betrieb zu schließen. In der Summe führen sie jedoch zu einem Ergebnis: Immer weniger Landwirte produzieren immer mehr.

Das Unbehagen mit dieser Entwicklung teilen viele Bauern mit ihren Kritikern. Doch eine überzeugende Antwort auf die Frage, wie es anders gehen könnte, gibt es bislang nicht. Dabei wird es dringend Zeit für eine Lösung: Ein Betrieb, der einmal aufgegeben wird, kommt nicht mehr zurück.


Der Artikel zum Kommentar