Ein Bild von Manuel Glasfort
23.10.2017, 20:04 Uhr INSOLVENTE FLUGLINIE

Air Berlin: Bloß keine Transfergesellschaft

Kommentar von Manuel Glasfort

Inspektion einer Air-Berlin-Maschine in München. Foto: AFPInspektion einer Air-Berlin-Maschine in München. Foto: AFP

Osnabrück. Bund und Länder sollten dem Drängen der Gewerkschaft Verdi widerstehen, eine Transfergesellschaft für die Air-Berlin-Mitarbeiter zu finanzieren. Andernfalls droht sich die Insolvenz der Fluglinie zum wirtschaftspolitischen Sündenfall ersten Ranges zu entwickeln.

Fragwürdig war bereits die wahltaktisch motivierte Millionenbürgschaft des Bundes, die die insolvente Fluglinie monatelang in der Luft hielt. Aus welchem Grund sollte der Steuerzahler Fluggäste herauspauken, die bei einem pleitebedrohten Konzern ihre Reisen buchen? Passagiere tragen schließlich – wie andere Gläubiger – ein Risiko.

Geht es nach Verdi, soll nun eine Transfergesellschaft mit Mitteln von Bund, Ländern und Air Berlin ausgestattet werden. Dort könnten 4500 Mitarbeiter unterkommen, denen andernfalls die Entlassung drohe, heißt es.

Es ist nie schön, wenn ein Unternehmen in die Insolvenz geht, am allerwenigsten für die Beschäftigten. Doch man darf nicht vergessen: Pleiten sind alltäglich und gehören, genau wie Gründungen, zur ständigen Erneuerung in einer Marktwirtschaft. Um deren Härten abzufedern, gibt es Arbeitslosengeld. Dieser Standardweg gilt bei Handwerksbetrieben – und sollte auch bei Konzernen eingehalten werden.


Der Artikel zum Kommentar