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18.08.2017, 17:57 Uhr KOMMENTAR ZU STAGNIERENDER ÖKO-PRODUKTION

Bio-Lebensmittel: Die Sehnsucht nach dem Guten

Kommentar von Dirk Fisser

Bio-Produkte auf dem Kassenband in einem Supermarkt. Foto: dpaBio-Produkte auf dem Kassenband in einem Supermarkt. Foto: dpa

Osnabrück. Die Produktion von Bio-Lebensmitteln bleibt weiter in der Nische. Dabei ist die Nachfrage groß. Ein Kommentar.

Bio-Produkte sind häufig nicht mehr als in Plastik verpackte Sehnsucht. Es ist das Versprechen einer ursprünglicheren Lebensmittelproduktion, eines generell entschleunigten, ja, eines besseren Lebens. Die Herstellungsbedingungen sehen aber oft anders aus. Es handelt sich um Massenproduktion. Nur so lassen sich die Regalmeter in Supermärkten füllen. Ein Einblick in die Produktion von Bio-Eiern: Die Tiere werden oft zu Tausenden in Stallkomplexen gehalten. Die Brüder der Bio-Hennen werden vielfach ebenso vergast wie bei der konventionellen Konkurrenz. Und das Insektizid Fipronil wurde auch in Bio-Eiern nachgewiesen. Also alles besser?

Es gibt nicht die gute und die schlechte Landwirtschaft. Beide Produktionsweisen – konventionell wie biologisch – haben Vor- und Nachteile. Ein erheblicher Nachteil im Öko-Bereich sind die langen Transportwege. Weil die Produktion in Deutschland die Nachfrage nicht deckt, wird importiert, was die Weltmärkte hergeben. Die politischen Ziele zur Ausweitung der Öko-Produktion in Deutschland sind bislang weitgehend verpufft – egal, ob nun unter grünen oder schwarzen Ministern. Woran das trotz Nachfrage liegt? Es lohnt sich nicht. In dem Maße, wie Bio-Produkte zur Massenware geworden sind, ist der Preisdruck auf die Produzenten gestiegen. Das gute Gewissen allein macht eben niemanden satt.


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