Regionales Firmenporträt Maschinenfabrik Segler liefert von Berge aus in alle Welt


Berge. Die Geschichte der Segler-Förderanlagen Maschinenfabrik GmbH in Berge beginnt quasi im 3. Jahrhundert vor Christus mit der Erfindung der archimedischen Schraube. Damals diente sie der Förderung von Wasser. Heute ist sie die Basis der Maschinen, die Segler buchstäblich in alle Welt exportiert.

Tatsächlich beginnt die Geschichte der Firma Segler im Jahr 1911. Sie wurde von Friedrich Segler in dem pommerschen Ort Schlawe gegründet. Der gelernte Schmied erfand Maschinen für die Landwirtschaft, die vor 100 Jahren eine Technisierung erlebte.

Nach dem Krieg wagte die Friedrich Segler Maschinenfabrik einen Neuanfang in Quakenbrück.

134 Mitarbeiter am Standort Berge

Nachdem es Anfang der Neunzigerjahre durch einen nicht reibungslos funktionierenden Generationswechsel in der Führungsetage zu einer Krise in dem Unternehmen kam, gab Segler den Standort in Quakenbrück auf und siedelte nach Berge um. Heute arbeiten 134 Mitarbeiter in einer idyllischen, von viel Grün und Natur umgebenen Landschaft. „Der Standort ist unser Alleinstellungsmerkmal. Viele Mitarbeiter sind lange im Unternehmen und ortsgebunden. Berge ist ein schöner Ort, in dem man gerne lebt“, sagt Geschäftsführer Thomas Neteler. Der diplomierte Wirtschaftsingenieur ist seit 17 Jahren in dem Unternehmen tätig.

Wichtig für die Gemeinde

Für die Gemeinde Berge ist die Firma Segler nicht nur mit Abstand der größte Hauptarbeitgeber und Steuerzahler, sondern auch ein gewichtiger Faktor im sozialen Miteinander, sagt Bürgermeister Volker Brandt. Er berichtet, dass sich das Unternehmen tatkräftig ehrenamtlich in Berge engagiert und zum Beispiel bei den Arbeiten an einer Turnhalle mitgeholfen hat und lobt, dass Segler viele Jugendliche ausbildet. Die Gemeinde kommt dem Unternehmen entgegen, indem sie nicht nur den Ausbau der Verkehrs- und Anfahrtswege unterstützt. „Es ist angedacht, den Friedrich Segler Gewerbepark zu errichten“, so Brandt.

Von Berge in die Antarktis

Der Ruf der Firma Segler schallt weit über Berge hinaus. Ihre Produkte liefert das Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 10 bis 12 Millionen Euro auf jeden Kontinent – bis auf die Antarktis. Grundlage ist immer noch die archimedische Schraube, die jedoch um einiges vervielfältigt worden ist und sozusagen zur Schnecke mutierte. Etwa 150 Maschinen werden nach Angaben von Karsten Quint pro Jahr bei Segler angefertigt.

Als Förder- und Prozess-Schnecken werden die spiralenförmigen Maschinen eingesetzt, um Wasser oder Öl zu fördern. Prozess-Mischer werden genutzt, um in der Lebensmittelindustrie Produkte wie Käse oder Pralinen und in der Chemieindustrie Farben herzustellen. Um Klärschlamm zu kühlen, wurde bei Segler ein Wärmetauscherblech entwickelt. Diese Beispiele sind nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Portfolio von Segler.

Maschinen nach Wunsch

„Für jeden Kunden werden Maschinen speziell für seinen Bedarf angefertigt“, sagt Konstruktionsleiter Karsten Quint, Urenkel von Friedrich Segler. Der gelernte Industriemechaniker arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Universitäten in Austin in Texas, Kassel und Clausthal sowie bei Volkswagen in Wolfsburg, wo er sich unter anderem mit der Entwicklung von Elektrofahrzeugen beschäftigte. Quint leitet das Unternehmen seit September 2014 in vierter Generation zusammen mit Thomas Neteler und widmet sich wie der Firmengründer der technischen Entwicklung.

Quint betont, dass es für ihn und seine Mitarbeiter wichtig ist, auf dem neuesten Stand zu bleiben. „Die Kunden erwarten höhere Qualität und kürzere Lieferzeit.“ Quint sagt dies, als sei es für ihn eine sportliche Herausforderung, der er mit Spaß und Eifer nachkommt. Um dies seinen Mitarbeitern zu vermitteln, besuchen sie nicht nur Seminare zur Fortbildung, sondern auch zum so genannten „Lean Management“. Das, so erklärt Quint, komme aus Japan und funktioniere so ähnlich wie flache Strukturen in einer Fußball-Mannschaft. „So erreichen wir eine höhere Transparenz, geringere Fehlerquote und kürzere Durchlaufzeit in der Produktion und der Organisation des Betriebs“, sagt er.

Durch die flachen Strukturen und ergonomische Hilfestellungen wie Kräne oder Rollwagen sei das Arbeiten angenehmer und effektiver geworden. „Gerade Mitarbeiter, die körperlich schwer arbeiten müssen, werden so entlastet und können ihre Arbeit bis ins Rentenalter ausführen“, sagt Karsten Quint.


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