Mischkonzern will investieren Schwächelnde Schifffahrt: Oetker-Gruppe verbucht Umsatzrückgang

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Premiere: Als erster nicht zur Familie gehörender Chef stellt Albert Christmann die Oetker-Bilanz vor. Anfang des Jahres hatte er die Führung von Richard Oetker übernommen. Foto: dpaPremiere: Als erster nicht zur Familie gehörender Chef stellt Albert Christmann die Oetker-Bilanz vor. Anfang des Jahres hatte er die Führung von Richard Oetker übernommen. Foto: dpa

Bielefeld. Aufgrund der schwachen Bilanz der Schifffahrtssparte hat die Oetker-Gruppe das Jahr 2016 mit einem Umsatzrückgang abgeschlossen. Mit den milliardenschweren Einnahmen aus dem Verkauf der Reederei will der Mischkonzern die Digitalisierung vorantreiben und weiter wachsen.

Die Oetker-Gruppe will investieren und sich für die Zukunft rüsten. Gelingen soll das mithilfe der milliardenschweren Einnahmen aus dem Verkauf der Reederei Hamburg Süd. Mit dem Geld sollen einerseits Zukäufe gestemmt und andererseits die Digitalisierung vorangetrieben werden, wie Oetker-Chef Albert Christmann am Dienstag auf der Bilanz-Pressekonferenz in Bielefeld mitteilte.

Spielraum für Investitionen

Der Mischkonzern will seinen Tochter-Konzern an den dänischen Konkurrenten Maersk verkaufen. Sollten die Kartellbehörden zustimmen, wird der Verkauf der Reederei Hamburg Süd für 3,7 Milliarden Euro vollzogen. Nach Abzug von Steuern und Verkaufskosten rechnet Christmann mit einem Nettogewinn von mehr als zwei Milliarden Euro, der durch das Geschäft in die Oetker-Kasse fließt. „Mit dem Erlös haben wir dann mehr Spielraum für Investitionen als in der Vergangenheit. Das wollen wir nutzen“, sagte Christmann.

Auf alle Sparten fokussiert

Bei der Entscheidung für den Verkauf von Hamburg Süd habe das Unternehmen rechtzeitig das richtige Signal erkannt und gehandelt, sagte der Nachfolger von Richard Oetker. Investiert werden soll dann nicht nur in den Lebensmittelbereich. „Wir sind auf alle Sparten gleich fokussiert“, sagte Christmann. Er schränkte aber ein, dass die Situation für die Oetker-Gruppe nicht einfach sei. „In der Niedrigzinsphase gibt es bei potenziellen Übernahmekandidaten eine niedrige Verkaufsbereitschaft“, sagte der Manager. Der Druck, das Geld dann gewinnbringend neu anzulegen, läge dann beim Verkaufspartner. „Ich hoffe, dass sich auch in diesem Jahr noch das ein oder andere ergibt“, sagte Christmann.

(Weiterlesen: Dr. Oetker kauft Backpulver-Firma in Mexiko)

Gesamterlöse sinken um 2,1 Prozent

Im vergangenen Geschäftsjahr hat die Oetker-Gruppe zwar noch knapp die Hälfte seines Umsatzes in der Schifffahrt erzielt. Vor allem aber aufgrund der schwachen Bilanz der Reederei Hamburg Süd, die einen Umsatzrückgang um 7,2 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro verbuchte, hat der Mischkonzern das Jahr 2016 auch insgesamt mit einem leichten Umsatzrückgang abgeschlossen. Im Vergleich zum Vorjahr sanken die Gesamterlöse um 2,1 Prozent auf 11,7 Milliarden Euro.

In den anderen Sparten konnte die Oetker-Gruppe die Umsätze leicht steigern. Der Umsatz mit Pizza, Backpulver und Pudding kletterte auf über drei Milliarden Euro, was im Vergleich zu 2015 einem Plus von 2,7 Prozent entspricht. Mit Bier und alkoholfreien Getränken erlöste der Konzern im vergangenen Jahr mit der Radeberger-Gruppe 1,9 Milliarden Euro (plus 1,2 Prozent).

Christmann will nah am Verbraucher sein

Auch wenn sich Christmann mit den Zahlen im traditionellen Geschäft rund um Nahrungsmittel zufrieden zeigte, sieht er die Oetker-Gruppe vor neue Herausforderungen gestellt. „Das Wettbewerbsumfeld hat sich ziemlich verändert“, sagte Christmann. Mit traditioneller Werbung seien insbesondere jüngere Kunden nur noch schwer zu erreichen. Bislang hätten vor allem Internetriesen wie Amazon von den sich ändernden Einkaufsgewohnheiten der Verbraucher profitiert. „Wir wollen unsere Marken dort anbieten, wo sie für den Verbraucher relevant sind“, gab der Oetker-Chef die Marschrichtung für die Zukunft vor. (mit dpa)


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