Studie von „Produkt + Markt“ Glaube an den sparsamen Benziner wächst

Welche Autos werden auf deutschen Autobahnen in Zukunft unterwegs sein? Rund 30 Prozent der Deutschen setzen auf sparsame Besitzer. Foto: dpaWelche Autos werden auf deutschen Autobahnen in Zukunft unterwegs sein? Rund 30 Prozent der Deutschen setzen auf sparsame Besitzer. Foto: dpa

Osnabrück. Von wegen Elektroauto: Die Zahl der deutschen Autofahrer, die in einem sparsamen Benzinmotor die Antriebsform der Zukunft sehen, ist in den vergangenen fünf Jahren deutlich gestiegen.

Effiziente Benziner als Antrieb der Zukunft? Das glaubten vor fünf Jahren nur 11 Prozent der Befragten – inzwischen sind es 29 Prozent. Das geht aus einer bundesweiten Umfrage des Wallenhorster Meinungsforschungsunternehmen „Produkt + Markt“ zur Pkw-Mobilität in Deutschland hervor.

Obwohl in aller Munde, kommt das Thema Elektroauto in Deutschland weiter nicht richtig in Schwung. Zwar glauben laut Studie, die Aussagen von 2012 mit heute vergleicht, 28 Prozent (plus zwei Prozent) der Autofahrer an diese Technik. Doch von einem Schub in der Elektroauto-Branche ist nichts zu spüren. Erfolgsmeldungen dürfen dabei nicht täuschen. Zwar wurden noch nie in Deutschland so viele Elektrofahrzeuge im Pkw-Bereich zugelassen wie in den ersten vier Monaten 2017 (6473 Fahrzeuge). Doch liegt dieser Anteil bei den Neuzulassungen hierzulande weiter bei unter einem Prozent, während etwa in Norwegen mehr als jede vierte Neuzulassung ein Elektrofahrzeug ausmacht. Und das bei einer ehrgeizigen politischen Zielvorgabe der Regierung Merkel, im Rahmen des „Nationalen Entwicklungsplans Elektromobilität“ bis 2020 etwa eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straße bringen zu wollen.

Besitzer von Benzin- oder Diesel-Pkws in Deutschland sind keineswegs nur Öko-Muffel. Knapp jeder Zweite zeigt sich laut Studie ernsthaft besorgt über die Luftbelastung durch den Autoverkehr. Nur jeden zehnten Befragten kümmert diese Frage nicht. Bezogen auf den eigenen Wagen, wird diese Grundstimmung noch klarer ausgedrückt. Über 50 Prozent würden sich persönlich deutlich besser fühlen, wenn sie einen Pkw fahren würden, der einen geringeren Schadstoffausstoß aufweisen würde. 63 Prozent stehen sogar einem smogbedingten Fahrverbot für Fahrzeuge mit höherem Feinstaubausstoß positiv gegenüber. Laut Studie hält eine Mehrheit der Befragen die Elektroauto-Technologie (57 Prozent) für „spannend“ und sieht in der entsprechenden Förderung „einen Schritt in die richtige Richtung“ (56 Prozent). 15 Prozent vertreten die radikale Ansicht, dass nur noch Elektrofahrzeuge verkauft werden sollten.

Allerdings sehen die Befragten auch die Nachteile von E-Fahrzeugen wie geringe Reichweite (84 Prozent), geringe Anzahl von Ladestationen (83 Prozent) oder höherer Anschaffungspreis (83 Prozent). Knapp die Hälfte benötigt nach eigener Einschätzung deutlich mehr Informationen, um entscheiden zu können, ob ein Elektroauto für sie geeignet sei. Besonders der Stromverbrauch und die damit verbundenen Energiekosten sind für fast drei Viertel der Pkw-Besitzer ein Buch mit sieben Siegeln.

Übrigens: Anders als 2012 (12 Prozent) spielt Erdgas als automobile Antriebsform der Zukunft heute in den Köpfen der Autofahrer laut Studie nur noch eine untergeordnete Rolle (2 Prozent). Hybrid-Antriebe verlieren zwar fünf Prozentpunkte, liegen aber vergleichsweise stabil (29 Prozent) in der Spitzengruppe.

„Produkt + Markt“, der Verfasser der Studie zur Elektromobilität, gehört nach eigenen Angaben zu den größten inhabergeführten Marktforschungsinstituten in Deutschland.


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