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10.04.2017, 18:51 Uhr UNTERHALTSZAHLUNGEN

Säumige Eltern kosten Millionen: Druck muss steigen

Kommentar von Christoph Schillingmann

Viele alleinerziehende Eltern sind auf den Unterhaltvorschuss angewiesen. Symbolfoto: dpaViele alleinerziehende Eltern sind auf den Unterhaltvorschuss angewiesen. Symbolfoto: dpa

Osnabrück. Viele Eltern kommen ihren Unterhaltungszahlungen nicht nach. Das kostet den Staat Hunderte Millionen Euro. Ein Kommentar.

Dass der Staat jährlich Millionen in die Hand nimmt, um Alleinerziehende zu unterstützen, deren Ex-Partner keinen Unterhalt zahlen, ist richtig. Denn das Geld kommt dort an, wo es am nötigsten gebraucht wird. Zum Beispiel bei einer Mutter, die es ohne diese Hilfe nicht schaffen würde, über die Runden zu kommen.

Es kann aber nicht sein, dass sich viele Unterhaltspflichtige weigern, für ihr Kind zu zahlen. Wer ein Kind in die Welt setzt, muss die Verantwortung dafür übernehmen. Wie schafft man es also, dass die Unterhaltspreller ihren Verpflichtungen nachkommen? Neben schon möglichen Lohnpfändungen hat es keinen Mangel an Vorschlägen gegeben – zum Beispiel die Forderung nach einem Führerscheinentzug. Jedoch haben sich daran Politiker bis heute die Zähne ausgebissen.

Kompromisslos ächten

Um dem Problem beizukommen, müssen Strafen verhängt werden. Das geschieht aktuell zu selten. Die Folge: Nicht-Zahler kommen oft ungeschoren davon, die Abschreckung ist gleich null. Ebenso wichtig ist allerdings das soziale Umfeld. Familie und Freunde sollten es kompromisslos ächten, sich um Frau und Kind nicht zu kümmern und den Unterhalt lieber selbst zu verjubeln. Neben dem rechtlichen muss auch der gesellschaftliche Druck steigen.


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