Wachstum frisch gepresst Getränkehersteller Berentzen steigert Umsatz

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Mit Spirituosen erwirtschaftet der Getränkekonzern Berentzen immer noch den größten Teil seines Umsatzes Foto: dpaMit Spirituosen erwirtschaftet der Getränkekonzern Berentzen immer noch den größten Teil seines Umsatzes Foto: dpa

Haselünne. Die Getränkegruppe Berentzen baut ihr Frischsaft- und Limonadengeschäft weiter aus und belebt ihre Schnapsmarken neu. Im vergangenen Jahr hat sie bei Umsatz und Gewinn deutlich zugelegt.

Immer häufiger kann man sie in Edeka- und Rewe-Supermärkten sehen: Vollautomatische Saftpressen, dazu frische Orangen und Flaschen zum Abfüllen sind der Verkaufsschlager im Berentzen-Sortiment. Mit dem Frischsaftprogramm Citrocasa, außerdem mit Spirituosen und alkoholfreien Getränken, hat die emsländische Berentzen-Gruppe ihren Umsatz um 7,3 Prozent auf 170 Millionen Euro gesteigert. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent auf 17,5 Millionen Euro.

„Citrocasa hat in Deutschland noch großes Wachstumspotenzial“ sagte Berentzen-Finanzvorstand Ralf Brühöfner am Donnerstag in Haselünne anlässlich der Vorlage der Berentzen-Jahresbilanz. Anders als in Österreich und südeuropäischen Ländern sei die Marktdurchdringung von Frischsaftsystemen hierzulande noch gering. Die Sparte erwies sich im vergangenen Jahr mit einem Umsatz-Plus von 20 Prozent auf 21,6 Millionen Euro als Wachstumslokomotive des börsennotierten Konzerns.

Mio Mio deutschlandweit in den Handel

Unter den sonstigen nichtalkoholischen Produkten, angesiedelt bei der Berentzen-Tochter Vivaris, legte vor allem die Marke Mio Mio zu. Berentzen ist dabei, die Mate-Limonade deutschlandweit im Handel zu etablieren und hat 2016 zusätzlich die Geschmacksvarianten „Banana“ und „Ginger“ auf den Markt gebracht.

Seinen klassischen Spirituosenmarken, die in der Vergangenheit lange vor sich hin dümpelten, konnte Berentzen wieder Schwung verleihen. Der Spirituosenumsatz stieg von 98,4 Millionen Euro auf 101,7 Millionen Euro, wozu maßgeblich die Produktlinien Berentzen (Korn, Obstbrand, Liköre) und Puschkin (Wodkas, Liköre) beitrugen, die das Unternehmen als „strategische Marken“ bezeichnet. Im Ausland allerdings ging der Absatz zurück. Neben Sorten wie „Cranberry Aperetif“, „Apple Burbon“ und „Puschkin Cinnamon“, spielt der traditionelle Korn nur noch eine untergeordnete Rolle im Sortiment.

Spirituosen immer noch am wichtigsten

Der Umsatzanteil der Spirituosen von 60 Prozent zeigt, dass das Geschäft mit Hochprozentigem nach wie vor Berentzens wichtigstes Standbein ist. Doch stehen die Zeichen – spätestens seit Amtsantritt von Vorstandschef Frank Schübel 2012 – auf Diversifizierung. Zwar behielten Spirituosen auch in Zukunft den größeren Umsatzanteil, sagte Finanzvorstand Brühöfner. „Aber Berentzen entwickelt sich immer mehr zu einem Getränkeanbieter, der den Konsumenten in allen Lebenssituationen bedienen kann.“

Auf seiner Hauptversammlung am 19. Mai will das Unternehmen seinen Aktionären eine Dividende von 25 Cent je Aktie vorschlagen. Seine Unternehmensanleihe zahlte Berentzen im Dezember frühzeitig zurück – ermöglicht durch die Aufnahme eines Konsortialkredits von 25,5 Millionen Euro. Mit dieser Finanzierung fährt das Unternehmen nach Brühöfners Darstellung wegen aktuell guter Finanzmarktbedingungen besser als bei einer Rückzahlung der Anleihe zum Laufzeitende im Oktober 2017.


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