Auswirkungen auf Otto Normalverbaucher Cebit 2017: Die neuen Möglichkeiten digitaler Büros


Hannover/Osnabrück. Seit Jahren propagieren IT-Experten das papierlose Büro. Im Arbeitsalltag jedoch türmen sich oft noch immer die Papierberge. Darum werden die Aussteller auf der Cebit nicht müde, die Vorteile des digitalen Büros zu präsentieren.

100 gedruckte Seiten pro Minute – das soll ein neuer Tintenstrahldrucker von Epson schaffen. Mit dem Produkt will der japanische Konzern endlich die Büro-Vorherrschaft der Laserdrucker übernehmen. Doch mit Verlaub: Wer braucht in Zukunft überhaupt noch Drucker in Büros? Die Vorteile digitaler Büros liegen auf der Hand. Sie bestehen meist nur aus einem PC und dem Handy. So sparen Unternehmen Platz und Kosten für Drucker sowie Bürobedarf und die Mitarbeiter haben sämtliche Daten durch Cloudanbindung stets an jedem Ort verfügbar.

Ein Film von bestreviews.com verdeutlicht, wie sich Büros verändert haben:

Evolution of the desk.

In der „Digital Office Area“ in Halle 3 zeigen Aussteller die Vorteile der digitalen Transformation anhand verschiedener „Enterprise Content Management“-Systeme (ECM), also der digitalen Dokumentenverwaltung in Unternehmen. Kodak Alaris stellt hier ein Programm vor, das das Digitalisieren von Belegen effizienter macht. Amagno-Chef Jens Büscher zeigt eine Such-Software, mit der Dokumente in über 100 Dateiformaten nach Stichwörtern durchforstet werden können. Und ELO Digital Office ermöglicht mit „Eloanalytics“ unternehmensübergreifende Zusammenarbeit. Das Programm stellt Teile des Unternehmenswissens auf Abruf bereit und soll zusätzlich für eine übersichtliche grafische Darstellung sorgen.

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Cebit-Deutsch

Das Papier wird auf kurz oder lang verschwinden. Seinen Platz nehmen neue Geräte ein. So etwa das interaktive Whiteboard des Potsdamer Hasso-Plattner-Insituts. Die Tele-Board-Technologie kombiniert interaktive Multimedia-Inhalte mit Video-Übertragungen und erzeugen so auf dem eigenen Eingabegerät – egal ob Handy, Tablet oder Smartphone – ein virtuelles Büro. Mithilfe der Datenwolke tauschen sich Kollegen in Echtzeit miteinander aus und machen digitale Notizen von überall auf der Welt. Unified- (vereinheitlichte) oder Real-Time-Communcation (Echtzeitkommunikation) heißt das in Cebit-Deutsch.

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Konica Minolta präsentiert mit einem Modell seine Vorstellungen vom Büro der Zukunft. Dabei wird Arbeitnehmern vor Arbeitsbeginn etwa ein Büro beim Betreten des Gebäudes zugewiesen, die Tischhöhe automatisch geregelt und der Terminkalender angezeigt – inklusive Vorschlägen für Pausen mit Kollegen.

Auswirkungen

Die Digitalisierung der Büros hat auch Auswirkungen auf die Gesellschaft. „Mit mobilen Scanner-Apps für das Smartphone können Privatnutzer ihre Dokumente einfach und schnell digitalisieren und auch leistungsfähige Scanner mit Einzelblatteinzug sind längst für Privatnutzer erschwinglich“, sagt Jürgen Biffar, Vorstandsvorsitzender des Kompetenzbereichs ECM im Bitkom. Laut einer Studie des Branchenverbands möchte jeder dritte Internetnutzer (29 Prozent) persönliche Dokumente wie Rechnungen und Verträge am liebsten als E-Mail zugeschickt bekommen.

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Das steigende Interesse von Privatnutzern, aber auch von Unternehmen an Lösungen rund um die Digitalisierung von Dokumenten sorgt auch weiter für gute Geschäfte bei den Anbietern. Nach dem aktuellen ECM-Barometer rechnen acht von zehn Unternehmen (84 Prozent), die Lösungen rund um Enterprise Content Management (ECM) anbieten, in diesem Jahr mit steigenden Umsätzen.

Was ist ein Fax?

Ein weiterer Aspekt der Digitalisierung: Die Unternehmen kommunizieren zunehmend digital. Drei von fünf Unternehmen (58 Prozent) nutzen zur internen und externen Kommunikation häufig das Handy oder Smartphone. „Digitale Kommunikation macht viele Arbeitswege schneller und flexibler“, sagt Biffar. Allerdings: 70 Prozent der Unternehmen verwenden noch immer häufig das Faxgerät, um mit Kunden, Kollegen oder Geschäftspartnern zu kommunizieren. Im letzten Jahr betrug der Anteil sogar noch 79 Prozent.


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