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22.02.2017, 05:02 Uhr KOMMENTAR ZU TIERSCHUTZVERSTÖßEN

Das Überwachungsnetz muss enger geknüpft werden

Kommentar von Dirk Fisser

Diesem Schwein geht es sichtlich gut. Foto: dpaDiesem Schwein geht es sichtlich gut. Foto: dpa

Osnabrück. Aufgrund einer Regelungslücke bleiben Tierschutzverstöße unentdeckt. Hinweise darauf verschwinden in Tierkörperbeseitigungsanstalten. Ein Kommentar.

Jahrzehntelang hat die Gesellschaft die Diskussion darüber, wie wir Tiere ihr kurzes Leben lang halten, weitgehend verdrängt. Hauptsache viel, Hauptsache billig lautete die Devise, die von Konsumenten wie Produzenten akzeptiert wurde. Das Bewusstsein hat sich gewandelt. Und zwar in so kurzer Zeit, dass die Geschwindigkeit des Wandels viele Landwirte nicht nur wirtschaftlich überfordert.

Bei aller berechtigten Kritik sind Bauern aber eines nicht: Tierquäler. Genau dieses Zerrbild wird in der Öffentlichkeit geschürt. Doch von wem eigentlich? Sicherlich von Ideologen mit dem Ziel einer fleischfreien Gesellschaft. Indirekt unterstützt werden sie dabei aber von dem sehr kleinen Teil der Landwirte, die ihren Job nicht ordentlich machen und deren Tiere leiden.

Diese schwarzen Schafe gibt es und sie werden gedeckt: Zum einen durch eine Branche, die Kritik häufig reflexhaft als ungerechtfertigt zurückweist. Zum anderen von der jetzt offengelegte Regelungslücke: Wer seine geschundenen Tiere in Tierkörperbeseitigungsanstalten entsorgt, muss keine Konsequenzen fürchten.

Die Untersuchungen deuten an, dass dies in einem Umfang geschieht, der es erforderlich macht, das Überwachungsnetz enger zu knüpfen. Ohne dabei aber die Verhältnismäßigkeit aus dem Auge zu verlieren. Nach wie vor gilt: Die allermeisten Bauern halten sich an Recht und Gesetz.


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