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Lego, Ravensburger, Playmobil Die Neuheiten und Trends der Spielwarenmesse 2017


Osnabrück. Deutschland spielt. Im vergangenen Jahr haben die Menschen hierzulande so viel Geld wie noch nie für Spielwaren ausgegeben. Und 2017? Die Trendprodukte für die kommenden Monate werden ab Mittwoch auf der Spielwarenmesse in Nürnberg vorgestellt.

Der Markt: Im Jahr 2016 überschritt der Umsatz mit Spielwaren in Deutschland erstmals die Grenze von 3 Milliarden Euro. Der Handelsverband Spielwaren prognostizierte kurz vor der Messe in Nürnberg ein Wachstum von mindestens drei Prozent. Die Verbrauchermarktforschung npdgroup rechnet sogar mit fünf Prozent Umsatzwachstum. Genaue Zahlen stehen aber erst im März fest. Im Jahr 2015 hatten die Deutschen 2,998 Milliarden Euro für Spielwaren ausgegeben – im Schnitt 180 Euro pro Haushalt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes kauften im vorvergangenen Jahr 54 Prozent aller Haushalte Spielwaren.

Ravensburger und Playmobil mit guten Zahlen für das Jahr 2016

Die Branchenriesen: Lego ist weiterhin der Primus in Deutschland, verlor im Jahr 2016 aber leicht an Marktanteilen: 0,2 Prozentpunkte auf nun 17,2 Prozent. Den Absatz an den Kunden steigerte das dänische Unternehmen um 3,9 Prozent. Auf der Spielwarenmesse gab Lego bereits einen ersten Ausblick auf ein Highlight des laufenden Jahres: Im Herbst soll das Roboticset Lego Boost in den Handel kommen. Kinder ab sieben Jahren sollen damit spielerisch und intuitiv programmieren lernen.

Ravensburger legte im vergangenen Jahr deutlich zu. Nach vorläufigen Zahlen steigerte das Unternehmen seinen Umsatz um 6,9 Prozent auf 474,5 Millionen Euro. „Unser Unternehmen ist in kerngesunder Verfassung“, freute sich Vorstandsvorsitzender Karsten Schmidt. Ein Wachstumstreiber war der deutsche Markt, in dem der hierzulande zweitgrößte Spielwaren-Anbieter mit 140 Millionen Euro Umsatz gleich 14,1 Prozent gewann. Maßgeblich zu diesem guten Ergebnis habe das audiodigitale Lernsystem „tiptoi“ beigetragen. Laut Ravensburger ist dieses Produkt mittlerweile in rund jedem zweiten Haushalt mit Kindern zwischen vier und acht Jahren vertreten.

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Der Playmobil-Hersteller Brandstätter will künftig vor allem mit Spielfiguren aus beliebten Kino-Kinderfilmen wachsen. So sollen Filmcharaktere aus der Filmserie „Drachenzähmen leicht gemacht“ und die Science-Fiction-Komödie „Ghostbusters“ als Playmobilfiguren Einzug in die Kinderzimmer halten – und für einen Umsatzschub sorgen, wie ein Firmensprecher zum Auftakt der Spielwarenmesse erläuterte. Im Jahr 2016 Jahr hatte die Brandstätter-Unternehmensgruppe kräftig zugelegt. Der Gruppenumsatz stieg um zehn Prozent auf 611 Millionen Euro. 60 Millionen davon entfielen auf das Playmobil- Schwesterunternehmen Lechuza, das mit Pflanzgefäßen Geld verdient.

Spielzeug soll für Ausgleich von Körper und Geist sorgen

Die Trends 2017: Für die Spielwarenmesse sind Trends immer gut, um Aufmerksamkeit zu erlangen. In diesem Jahr will die Industrie zum Beispiel mit dem Slogan „Body & Mind“ dem digitalen Stress (Smartphones, Computer, Fernsehen) und dem Mangel an Bewegung bei Kindern entgegenwirken. Damit zielen die Unternehmen auf den Erfolg der App „Pokémon Go“, die im vergangenen Sommer nicht nur Kinder nach draußen lockte. Spielsachen sollen im Leben rund um Schule, Whatsapp und Instagram für einen Ausgleich von Körper und Geist sorgen.

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Während der Neuheitenschau am Tag vorm offiziellen Messebeginn warben Aussteller am Dienstag etwa für eine Balancier-Rolle mit Gummireifen oder ein elektrisches Skateboard. Andere Neuheiten nutzen gerade die technischen Geräte, von denen sie eigentlich ablenken sollen. Wie etwa eine App, die über Sensoren in Armbändern und Bluetooth Bewegungen in Beats umwandelt – ein Instrument am Körper, das dem Tanz folgt.

Langfristiger Trend: Ausbau und Pflege erfolgreicher Marken und Themenwelten

Der langfristige Trend im Spielwarenmarkt sind jedoch Ausbau und Pflege erfolgreicher Marken und Themenwelten. Lego als Marktführer macht es schon seit Jahren vor. Immer mehr andere Unternehmen ziehen nach. „Storytelling“ zieht sich wie ein roter Faden durch die Spielwarenlandschaft“, sagte kürzlich Schleich-Geschäftsführer Dirk Engehausen unserer Redaktion. Kinder spielen nicht nur mit einzelnen Produkten, sondern sie tauchen in Spielewelten ein. Das zahlt sich wiederum für die Unternehmen aus, weil die Konsumenten diese Spielewelten durch Nachkäufe erweitern.

Sammelprodukte zu immer mehr Lizenzthemen

Lizenzprodukte: Neben „Body & Mind“ sieht die Spielwarenmesse auch „Swap & Collect“ als Trend. Also Produkte zum Tauschen und Sammeln. Ein Trend, der eigentlich nie weggewesen ist. Doch es gibt immer mehr Lizenzthemen, zu den Sammelprodukte angeboten werden. Harry Potter, Disney-Figuren, Star Wars. Im Jahr 2015 machte der Spielwarenhandel rund 450 Millionen Euro Umsatz mit Lizenzprodukten. Vielen Kindern sei wichtig, die in Filmen und TV-Serien gezeigten Abenteuer nachzuspielen, sagte in Nürnberg ein Brandstätter-Sprecher. Auch der Playmobil-Hersteller folge mit dem Ausbau seines Lizenzgeschäfts nun jenem Trend, den bereits vor Jahren Lego und andere große Spielwarenhersteller eingeschlagen haben.

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Die Spielwarenmesse: Die Produktschau in Nürnberg ist die weltgrößte Fachmesse für Spielwaren. Knapp 3000 Aussteller präsentieren vom 1. bis 6. Februar 2017 Trends und geschätzte 75.000 Neuheiten. Die Veranstalter erwarten 70.000 Fachbesucher aus 120 Ländern. (mit dpa)

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