Händler setzen auf Rasse „Sandy“ Eier-Verkauf: Penny und Rewe setzen Zeichen gegen Kükentöten

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Küken aus Legehennenrassen werden in einer Brüterei je nach Geschlecht sortiert: Weibliche Tiere überleben, männliche werden getötet. Foto: imago stock&peopleKüken aus Legehennenrassen werden in einer Brüterei je nach Geschlecht sortiert: Weibliche Tiere überleben, männliche werden getötet. Foto: imago stock&people

Osnabrück. Penny und Rewe wollen künftig deutlich weniger Eier von Legehennenrassen verkaufen, bei denen männliche Küken in den Brütereien getötet werden.

Ab dem 1. Februar sollen in allen 2150 Märkten des Rewe-Discounters Penny Eier verkauft werden, in deren Produktionsprozess männliche Tiere bis zur Schlachtreife gemästet werden. Bis Jahresende sollen die Eier dann auch bundesweit in sämtlichen Rewe-Filialen erhältlich sein. Bislang werden in Deutschland jedes Jahr etwa 50 Millionen Küken direkt nach dem Schlüpfen getötet, weil sie weder Eier legen noch schnell genug Fleisch ansetzen. (Weiterlesen: Kükentöten: Niedersachsens Minister appelliert an Amtskollegen)

„Praxis so schnell wie möglich überwinden“

Penny-Geschäftsführer Stefan Magel sagte: „Als erster Discounter geben wir ein klares Signal in den Markt, dass wir die bisherige Praxis so schnell als möglich überwinden müssen.“ Nach Unternehmensangaben sind daher vor einigen Wochen 72.000 männliche und weibliche Küken eingestallt worden. Deren Eier sollen in Kürze unter der Marke „Herzbube“ verkauft werden.

Das jährliche Volumen beziffert Penny auf 20 Millionen Eier. Rewe verkauft nach eigenen Angaben bereits in 600 Märkten in Ostdeutschland sowie Teilen von Nordrhein-Westfalen sowie Rheinland-Pfalz Eier der Rasse „Sandy“, bei der beide Geschlechter den Schlupftag überleben. Wissenschaftlich begleitet wird der Handelskonzern dabei von der Hochschule Osnabrück. (Weiterlesen: Gourmet-Küche statt Schredder)

Penny-Manager Magel sagte, sein Unternehmen zeige, dass es wirtschaftlich nicht notwendig sei, die männlichen Küken nach dem Schlüpfen zu töten. Ziel müsse aber eine verlässliche Geschlechtsbestimmung im Ei sein. „Dabei darf es keine Denkverbote geben“, so Magel.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) präsentiert auf der „Grünen Woche“ eine Maschine, mit der der Ausstieg aus dem Kükentöten gelingen soll. Foto: dpa

Auf der „Grünen Woche“ in Berlin präsentiert das Bundeslandwirtschaftsministerium derzeit das Modell einer Maschine, die bereits am dritten Tag nach Befruchtung vorhersagen kann, welches Geschlecht ein Küken haben wird. „Männliche“ Eier können so aussortiert und anderweitig verwendet werden. Wann das Gerät allerdings praxisreif für den Einsatz in Brütereien sein wird, ist unklar. In einem Interview mit unserer Redaktion hatte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) gesagt: „Wir schaffen 2017 den Einstieg in den Ausstieg.“ (Weiterlesen: Schmidt will Lösung für Ausstieg aus Kükentöten präsentieren)


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