Firmenporträt TKT Kunststoff-Technik Neuer Chef verwirklicht einen Traum

Von Siegfrid Sachse

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Modernste Roboter kommen bei TKT Kunststoff-Technik zum Einsatz. Foto: TKT Kunststoff-TechnikModernste Roboter kommen bei TKT Kunststoff-Technik zum Einsatz. Foto: TKT Kunststoff-Technik

Bad Laer. Manch ein Arbeitnehmer träumt davon, sich eines Tages selbstständig zu machen und dann sein eigener Chef zu sein. Meist bleibt es jedoch bei dieser Wunschvorstellung. Nicht so bei dem Chemiker Peter Brinkmann, dessen berufliches Interesse schon immer auf die Bereiche Chemie, Kunststoffe und Maschinenbau ausgerichtet war.

Als im Jahr 2013 die Möglichkeit bestand, in Bad Laer die 2002 gegründete TKT Kunststoff-Technik GmbH zu übernehmen, realisierte er seinen Traum von der Selbstständigkeit. Brinkmann, Jahrgang 1969, trat damit in die Fußstapfen seiner Großmutter, die im Kreis Cloppenburg ein Torfwerk besaß.

Der Erwerb des Anbieters von Kunststoffbauteilen und -baugruppen für industrielle Kunden erweist sich für den neuen Eigentümer als Glücksgriff, zumal das niedersächsischeUnternehmen recht schnell Zuwachsraten deutlich über dem Branchendurchschnitt erzielt. Und das in einem hart umkämpften Wirtschaftszweig. So drängen zunehmend Konzerne aus dem Nahen Osten und aus China nach Europa, um im Bereich der Spezialkunststoffe kräftig mitzumischen. Der neue Firmenchef profitiert nicht zuletzt von der Schützenhilfe seines Vorgängers Detlef Brochhaus, der den Betrieb aus Altersgründen verkaufte und dem Unternehmen noch heute als Berater verbunden ist.

Im Jahr 2016 erzielte TKT Kunststoff-Technik ein Umsatzplus von sieben Prozent auf 6,5 Millionen Euro, für 2017 wird eine ähnliche Steigerung angepeilt. Etwa 90 Prozent des Umsatzes entfällt auf Deutschland. Der Export, bisher vor allem nach Polen und Belgien, befindet sich noch im Aufbau. Die Aktivitäten im europäischen Ausland sollen nach den Vorstellungen der Geschäftsführung in den nächsten Jahren deutlich ausgebaut werden. Ziel ist es, weitere große internationale Kunden zu gewinnen. Neben der Firma Donaldsen als einem der weltweit führenden Hersteller von Luft- und Flüssigkeitsfiltrationssystemen zählt aktuell unter anderem auch der Klebstoff-Produzent Tesa zum Kundenstamm.

Nach Angaben von Brinkmann werden bei der TKT Kunststoff Technik GmbH, die sich zu 100 Prozent im Familienbesitz befindet und die auch 2016 mit schwarzen Zahlen arbeitete, jährlich etwa sieben bis acht Prozent des Umsatzes investiert, wobei die Modernisierung des Betriebes mit fast 60 Mitarbeitern im Vordergrund steht. Nicht zuletzt dadurch soll die Produktivität weiter gesteigert werden.

Aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung soll die Belegschaft weiter wachsen.Ein wichtiger Baustein für den Erfolgskurs des Unternehmens ist laut Prokuristin Cornelia Vaupel vor allem der flexible Maschinenpark. Dadurch können Kunden sowohl sehr kleine Stückzahlen als auch größere Mengen in Serienfertigung abrufen.

Einen hohen Stellenwert hat bei dem Unternehmenauch die Innovationspolitik. So wurde ein sechsstelliger Betrag in einen neuen Produktionsbereich investiert: Seit August 2016 werden Komponenten für einen Spezialfilter in einem sogenannten Reinraum-Verfahren hergestellt. Dabei wird durch ein voll automatisiertes, in sich geschlossenes System eine Kontamination der Artikel minimiert. Brinkmann zufolge wird das Produkt für Donaldson im Lebensmittelbereich und in der Medizintechnik eingesetzt und muss hohe Hygienestandards erfüllen. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises Osnabrück Wigos hat diese Zukunftsinvestition über ihr Förderprogramm INNO-OS unterstützt.

Nach Auffassung von Franz Vollmer, Bürgermeister der Gemeinde Bad Laer, ist das Unternehmen ein wichtiger Partner für internationale Industriefirmen und wird für seine innovativen Lösungen geschätzt. Zahlreiche Neuprojekte hätten zu einem gesunden Wachstum geführt. Dadurch sei das Unternehmen ein interessanter Arbeitgeber in der Region.


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