Mehr Geld für Landwirte Tierschutzbund präsentiert Milch-Label

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Das Tierschutzlabel bessere Haltungsbedingungen für Kühe signalisieren. Foto: Michael GründelDas Tierschutzlabel bessere Haltungsbedingungen für Kühe signalisieren. Foto: Michael Gründel

Berlin. Ein neues Label für Milch soll Verbrauchern bessere Haltungsbedingungen für Kühe signalisieren und Landwirten zusätzliche Einnahmen für den Mehraufwand sichern. Am Freitag hat der Tierschutzbund das Siegel auf der „Grünen Woche“ vorgestellt – gemeinsam mit den Discountern Lidl sowie Aldi Nord und Süd.

Diese werden als erste entsprechende Produkte in ihre Regale stellen beziehungsweise haben es wie Lidl in Bayern bereits getan. Unsere Redaktion hatte bereits im September über die Pläne berichtet. Gespräche mit weiteren Handelsketten sollen laufen. Das zweistufige Label sieht etwa eine Stallfläche von mindestens sechs Quadratmetern pro Kuh vor. Zudem dürfen Kälber nur nach vorheriger Betäubung die Hörner entfernt werden. (Weiterlesen: Milch: Handelskonzerne prüfen Einführung von Tierschutz-Label)

Molkereien aus Süddeutschland

Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder sprach von einer Kaufalternative für Kunden, die bessere Haltungsbedingungen unterstützen wollen. Bislang seien etwa 150 Milchviehbetriebe zertifiziert worden. Sie produzieren für die süddeutschen Molkereien Bechtel und Gropper, die wiederum die Discounter beliefern.

Als Alpenmilch im Regal

Wie Christina Emmermann von Aldi Nord erklärte, werde die Milch ab Sommer in etwa jedem zweiten Markt der Kette als frische Alpenmilch verkauft. „Was ist daran nachhaltig, wenn man Milch aus Bayern nach Norddeutschland fährt?“, kritisierte Landwirt Ulrich Westrup aus Bissendorf bei der Vorstellung des Labels.

Das Label auf einer Lidl-Verpackung. Foto: obs/Lidl

Die Vertreter der Handelsketten waren aber allesamt optimistisch das Angebot ausbauen zu können. Letztlich hänge dies davon ab, wie sehr die Käufer die entsprechenden Produkte nachfragten. Ein Vertreter von Lidl erklärte, sein Unternehmen zahle teilnehmenden Landwirten einen Aufschlag von sechs Cent pro Packung. So sollten die höheren Anforderungen vergütet werden. (Weiterlesen: Bauernverband: Die schlimmste Milchkrise aller Zeiten)

Zuvor hatte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt bereits das staatliche Tierwohllabel präsentiert, für das auf der „Grünen Woche“ geworben werden soll. Es konzentriert sich ausschließlich auf Schweinefleisch. Später soll auch Geflügel hinzukommen. (Weiterlesen: Grüne Woche: Mehr Tierwohl und Ende des Kükentötens)


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