Großunternehmen verbuchen mehr Umsatz Niedersachsens Umsatzriesen wachsen stabil

Krise hin oder her: Volkswagen mit Sitz in Wolfsburg bleibt auch nach Jahrzehnten die unbestrittene Nummer 1 unter Niedersachsens Unternehmen. Foto: dpaKrise hin oder her: Volkswagen mit Sitz in Wolfsburg bleibt auch nach Jahrzehnten die unbestrittene Nummer 1 unter Niedersachsens Unternehmen. Foto: dpa

Hannover. Niedersachsens große Unternehmen sind weiter auf Wachstumskurs. Während der ewige Primus Volkswagen allerdings beim Geldverdienen Probleme hat, steigt Symrise auf.

Die Spitzenplätze in der niedersächsischen Wirtschaft bleiben in diesem Jahr fest verteilt. Das geht aus der Liste der 100 größten Unternehmen des Landes hervor, die die NordLB am Mittwoch vorgestellt hat. In Sachen Umsatz und Wertschöpfung sind die ersten drei Plätze fest vergeben: Volkswagen, Continental und Tui führen nach ihren Zahlen von 2015 die Rangliste an.

Der designierte Vorstandschef Thomas Bürkle war zufrieden mit den Zahlen, denn insgesamt ging es bergauf: Die Top 100 verzeichneten vier Prozent mehr Umsatz und fünf Prozent mehr Beschäftigte als 2014. „Es gibt keine Überraschungen, aber eine stabile Entwicklung“, sagte Bürkle. Auch für 2017 gehen die Großunternehmen demnach von weiterem verhaltenen Wachstum aus.

Nächste Liste dürfte anders ausfallen

Damit dürfte es in Sachen Wertschöpfung aber beim nächsten Ranking vorbei sein: Ob Volkswagen dann erneut 41,4 Milliarden Euro Wertschöpfung abliefert, ist angesichts der Dieselkrise unwahrscheinlich. Und auch Bürkles Haus dürfte den sechsten Platz (1,3 Milliarden Euro Wertschöpfung) nicht verteidigen können: Die Schiffskrise wird die Bilanz 2016 tiefroten färben. „Wir gehen aber davon aus, dass wir 2017 wieder schwarze Zahlen vorweisen können“, sagte Bürkle. Größter Aufsteiger im Ranking ist übrigens Symrise: Der Aromenhersteller aus Holzminden stieg in Sachen Wertschöpfung von Rang 12 auf den siebten Platz und verdrängte den Burgwedeler Drogeriekönig Rossmann.

Starkes Hannover, starkes Osnabrück

Zentrum der niedersächsischen Umsatzriesen im Land bleibt Hannover: Jedes Fünfte der 100 größten Unternehmen hat hier ihren Sitz. Auf Platz zwei folgt Osnabrück mit neun Unternehmenszentralen. Mit der Hellmann-Gruppe (Platz 12) und KME (Platz 22) sind auch zwei Umsatzmilliardäre darunter. Auch rund um Osnabrück brummt es: Mit Georgsmarienhütte (Top 20), Heristo in Bad Rothenfelde (Platz28) und Homann in Dissen (Platz 63) ist die Region in Sachen Großunternehmen gut aufgestellt.

Ganz anders sieht es dagegen im Kreis Cuxhaven aus: Dort ist keines der 100 größten Unternehmen beheimatet. Insgesamt sind Umsatzriesen im Nordosten des Landes rarer gesät als im Westen. Oldenburg hingegen hat mit dem Energieversorger EWE sogar den fünftgrößten Umsatzbringer der Liste in der Stadt.

Ausgeglichener Westen

In Westniedersachsen zeigt sich nach Einschätzung der Landesbank eine ausgeglichene Verteilung großer Unternehmen: Ostfriesland kann mit Enercon (Aurich) auf Platz 10 oder Bünting in Leer (Platz 21) punkten. Im Emsland reicht die Verteilung von Salzbergen (H&R, Platz 37) und Spelle (Krone, Platz 25) über Haselünne (Berentzen, Platz 92) und Dörpen (Nordland Papier, Platz 49) bis nach Papenburg (Bunte, Platz 99). In der Grafschaft Bentheim sticht vor allem die Beteiligungsgesellschaft Emsland-Stärke in Emlichheim (Platz 71) hervor.

Auch wenn die NordLB das Ranking schon seit mehr als drei Jahrzehnten macht und die Aufstellung viel über die Wirtschaftskraft sagt – ihre Aussagekraft beschränkt. In der Analyse werden nur Unternehmen berücksichtigt, die ihre Zentrale im Land oder klar abgrenzbare niedersächsische Aktivitäten haben. Zudem ist die Abfrage freiwillig: Einige Große wie New Yorker (Braunschweig) oder Jägermeister (Wolfenbüttel) fehlen deshalb. Sie wollen sich wohl lieber nicht in die Karten schauen lassen.


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