Plus 14,6 Prozent an Aufträgen Bauindustrie mit guter Lage in Niedersachsen und Bremen

In Niedersachsen und Bremen wird fleißig gebaut - sehr zur Freude der Bauindustrie. Foto: dpaIn Niedersachsen und Bremen wird fleißig gebaut - sehr zur Freude der Bauindustrie. Foto: dpa

Osnabrück. Die Bauindustrie in Niedersachsen und Bremen hat von Januar bis August einen Auftragseingang im Gegenwert von gut 5,9 Milliarden Euro verzeichnet – ein Plus von 14,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Als Konjunkturtreiber erwies sich besonders Vater Staat, sagte Verbandspräsident Thomas Echterhoff.

Demnach habe das Wachstum bei Straßenbau und öffentlichen Bauvorhaben sogar bei gut 30 Prozent gelegen. Echterhoff beschrieb die Lage der Unternehmen mit ihren fast 85.000 Angestellten als gut, auch die Aussichten auf das kommende Jahr seien positiv. Allerdings gebe es leichte Anzeichen dafür, dass sich die Konjunktur eintrüben könnte: Im Bereich Hochbau sei der Auftragseingang um 0,5 Prozent zurückgegangen, so Echterhoff.

Lob für Verkehrswegeplan

Lob gab es vom Verbandspräsidenten für Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und dessen umstrittenen Bundesverkehrswegeplan 2030. Das Papier setze mit dem sechsstreifigen Ausbau der Autobahn 1 zwischen Osnabrücker und Münster sowie dem ebenfalls sechsstreifigen Ausbau der A30 im Großraum Osnabrück die richtigen Schwerpunkte, um Engpässe zu beseitigen.

Hauptgeschäftsführer Wolfgang Bayer beklagte aber, dass es in Niedersachsen ein „eklatantes Planungsdefizit“ gebe. Das Land verfüge über zu wenig Personal, um die Investitionsmittel des Bundes auch umzusetzen. „Die zeitegerechte Planung ist derzeit unser größtes Sorgenkind“, so Bayer.

Umweltschutz treibt Preise

Schlecht weg kam auch das Bundesumweltministerium in der Jahres-Pressekonferenz des Verbandes. Präsident Echterhoff beklagte, dass einerseits die Maßgabe ausgegeben werde, billigen Wohnraum zu schaffen. Zugleich sorgten Klima- und Umweltschutzvorgaben dafür, dass die Preise in die Höhe getrieben würden. Neue Vorschriften seien Haupttreiber, wenn es um die Kostenentwicklung von Bauvorhaben gehe, so Echterhoff. „Vorschrift ist Vorschrift. Da kommen wir nicht dran vorbei.“

Seiner Meinung nach müsste ein größerer Fokus auf die klimagerechte Sanierung von Altbauten gelegt werden. „Hier ist Potenzial um die CO2-Bilanz deutlich zu verbessern“, sagte er mit Blick beispielsweise auf nachträgliche Dämmmaßnahmen.

Bei den Beschäftigtenzahlen verzeichneten die mehr als 900 Betriebe einen leichten Rückgang. Dies sei demografisch bedingt, so Echterhoff. Zudem gebe es Schwierigkeiten, Lehrstellen zu besetzen. „Es findet ein regelrechter Wettkampf um Auszubildende statt.“ Echterhoff sagte auch: „Wer 40 Jahre auf dem Bau gearbeitet hat, der hat das Recht, abschlagsfrei in Rente zu gehen.“


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