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Konsequenz aus Abgasskandal VW stellt Verkauf in Südkorea ein

Von Marion Trimborn

VW kämpft mit den Folgen des Abgasskandals. Foto: dpaVW kämpft mit den Folgen des Abgasskandals. Foto: dpa

Hannover. Der Abgasskandal erschüttert den Volkswagen-Konzern in Europa und den USA. Aber auch in Asien gibt es Probleme. VW setzt wegen der Ermittlungen nun den Verkauf von 79 Modellen in Südkorea aus.

„Wir stoppen den Verkauf freiwillig, um der Konfusion im Markt entgegenzutreten“, sagte eine Sprecherin von Audi Volkswagen Korea am Freitag. Die Maßnahme werde von Montag an wirksam. Hintergrund ist, dass das Umweltministerium die Zertifizierung für Dutzende von VW- und Audi-Modellen zurückziehen will. Das Unternehmen soll Papiere zu Emissionswerten geschönt haben, um die Zulassung von Importautos zu erlangen. Die Behörden des Landes hatten ihre Ermittlungen gegen VW wegen des Skandals um manipulierte Diesel-Abgaswerte erheblich ausgeweitet.

Zuvor hatte der Nachrichtensender ntv darüber berichtet . Damit stelle VW praktisch seine gesamten Vertriebsaktivitäten in dem Land ein.

Die Aussetzung, die laut Volkswagen Korea drei Monate dauern soll, ist ein heftiger Rückschlag für den Wolfsburger Konzern. Viele seiner Modelle gehören zu den meistimportierten Autos in Südkorea. „Die Entscheidung bedeutet nicht, dass sich Volkswagen aus Korea zurückzieht, das ist ein sehr wichtiger Markt für uns. Wir werden die Zertifizierung unserer Autos erneut beantragen, wenn die Regierung sie zurückzieht“, sagte ein Vertreter von Volkswagen Korea laut n-tv. Der Prozess könne mehrere Monate dauern.

Zertifizierung in Gefahr

Das Umweltministerium in Seoul plant demnach, die Zertifizierung für 79 Modelle zurückzuziehen, inklusive Golf, Jetta, Tiguan, Audi A3 und Audi A6. Ermittler waren zu dem Schluss gekommen, dass das Unternehmen Dokumente zu Emissionen und Lärmbelastung der Fahrzeuge gefälscht hatte . Das Ministerium kündigte für Montag eine öffentliche Anhörung an, bevor es eine endgültige Entscheidung im Laufe der Woche treffen wird. Eine Rücknahme der Zertifizierung würde Strafen, einen Rückruf von rund 79000 Fahrzeugen und ein Verkaufsverbot für bislang unverkaufte Autos nach sich ziehen, so das Ministerium.

Südkoreanische Behörden ermitteln

Letzte Woche hatten laut n-tv Staatsanwälte in Seoul Anklage gegen einen 52-jährigen südkoreanischen VW-Manager wegen der Weitergabe manipulierter Abgaswerte und des Verstoßes gegen Luftreinheitsgesetze erhoben. Im November hatte die südkoreanische Regierung die dortige Volkswagen-Tochter angewiesen, mehr als 125000 Dieselautos von VW zurück in die Werkstätten zu rufen. Zugleich legte die Regierung dem Autokonzern eine Geldstrafe von 14,1 Milliarden Won oder umgerechnet 11 Millionen Euro auf.