Agrartechnik-Hersteller in Bad Laer Strautmann hofft auf Besserung für Landwirte

Von Siegfrid Sachse

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Techniker am Strautmann-Stammsitz Bad Laer. Foto: StrautmannTechniker am Strautmann-Stammsitz Bad Laer. Foto: Strautmann

Bad Laer. Niedrige Erzeugerpreise, vor allem für Milch und Mastschweine, haben die Investitionsbereitschaft der Landwirte vielerorts deutlich gebremst. Auch der Landmaschinenhersteller B. Strautmann & Söhne mit Stammsitz in Bad Laer spürt die schwierige wirtschaftliche Situation in der Agrarbranche.

Das Management rechnet nicht damit, im Geschäftsjahr 2015/16 (31. Juli) den Vorjahresumsatz von 74,5 Millionen Euro halten zu können. Wolfgang Strautmann, der gemeinsam mit seinem Sohn Philipp das 1930 gegründete Familienunternehmen im Landkreis Osnabrück leitet, hofft aber, dass sich die Lage der Landwirte gegen Ende dieses Jahres wieder bessern wird. Aktuell ist die Firma, die im Bereich Fütterungstechnik in Deutschland Marktführer ist, „auf saisonal angepasstem Niveau“ voll beschäftigt. In Bad Laer, wo ein Großteil der Produktpalette wie Futtermischwagen, Universalstreuer und Ladewagen gefertigt wird, sind 240 Mitarbeiter beschäftigt, dazu kommen in der Saison je nach Bedarf 60 bis 80 Leiharbeiter.

Werke in Polen und Ungarn

Ein zweiter Produktionsstandort befindet sich seit 20 Jahren in Polen, wo Strautmann mit knapp 200 Mitarbeitern neben einzelnen Maschinenkomponenten auch Kipper, Greifschaufeln oder Schneidzangen herstellt. Eine weitere Produktionsstätte, die sich auf die Blechfertigung sowie die Herstellung von Schweißkomponenten spezialisiert hat, besteht seit Anfang 2015 in Ungarn.

Laut Geschäftsführung konnte Strautmann Einbußen im Inland durch Absatzerfolge auf Auslandsmärkten kompensieren. Die beiden wichtigen Standbeine Fütterungs- und Fahrzeugtechnik tragen in etwa gleich viel zum Umsatz bei. Der Exportanteil beträgt zwischen 45 und 48 Prozent, langfristig schweben dem Management etwa 70 Prozent vor. Schwerpunkt ist nach wie vor Nordeuropa.

Russland-Geschäft „ziemlich bescheiden“

Aber auch in der Ukraine sieht die Führungsspitze noch erhebliches Potenzial. Allerdings müssten sich dort erst die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbessern. Eine eigene Vertriebsgesellschaft wurde Anfang 2016 in Frankreich eröffnet. Die Geschäfte mit Russland sind wegen der vom Westen verhängten Sanktionen und der wirtschaftlichen Probleme im Land „ziemlich bescheiden“.

Insgesamt sieht sich das mittelständische Unternehmen, das nach wie vor schwarze Zahlen schreibt, „für die Zukunft „nicht schlecht aufgestellt“. Philippp Strautmann, der seit zwei Jahren in der Geschäftsführung in Bad Laer sitzt und der zuvor den polnischen Produktionsstandort mit aufgebaut hat, setzt in vierter Generation die Familientradition fort.

Investitionen trotz Widrigkeiten

Die Zuversicht des Landmaschinenherstellers kommt nicht zuletzt in seiner Investitionstätigkeit zum Ausdruck. In Polen wurden rund 3,5 Millionen Euro für Modernisierung und Betriebserweiterung ausgegeben, am Strautmann-Stammsitz in Bad Laer werden für 3,5 Millionen Euro ein neues Verwaltungsgebäude und eine Ausstellungshalle errichtet.

Nach Auffassung von Franz Vollmer, dem Bürgermeister in Bad Laer, ist Strautmann mit seiner Zulieferstruktur ein bedeutender und stabiler Pfeiler auf dem regionalen Arbeitsmarkt. In der Zentrale für die Werke in Polen und Ungarn seien gerade in jüngerer Zeit viele hochwertige Arbeitsplätze im technischen Bereich geschaffen worden.

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