Oetker stürzt auf Weg zur Pressekonferenz Richard Oetker zieht sich von Spitze der Oetker-Gruppe zurück

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  Osnabrück. Der Oetker-Konzern braucht einen neuen Chef: Richard Oetker wird seinen Posten an der Unternehmensspitze am Ende des Jahres abgeben. Wer auf ihn folgt, steht noch nicht fest, wurde Dienstag am Rande der Bilanzpressekonferenz der Gruppe bekannt.

Selbst konnte Richard Oetker seinen Rückzug nicht ankündigen. Auf dem Weg zur Pressekonferenz war der Firmenchef gestürzt und fehlte verletzungsbedingt. Sein Rückzug wird notwendig, weil er nach seinem Geburtstag im Januar die Altersgrenze von 65 Jahren erreicht hat. Älter dürfen Firmenlenker bei Oetker nicht sein.

 

Erstmals kein Oetker an Oetker-Spitze?

Spekuliert wird schon länger, wer jetzt die Geschäfte übernimmt. Erstmals in der 125-jährigen Firmengeschichte scheint es möglich, dass ein familienfremder Manager einsteigt. Entscheiden muss der Oetker-Beirat. „Dies ist bislang noch nicht geschehen, und so kann ich Ihnen heute auch noch keinen Namen nennen“, heißt es in Richard Oetkers Redemanuskript. Als Name wird Finanzchef Albert Christmann gehandelt. Er selbst riet am Dienstag auf eine entsprechende Frage: „Abwarten“, beworben habe er sich nicht.

 

Finanzchef Albert Christmann wird als möglicher Oetker-Nachfolger gehandelt.

12,2 Milliarden Euro Umsatz

Auskunftsfreudiger war er bei den Zahlen für das Jahr 2015. Demnach verzeichnete die gesamte Oetker-Gruppe ein Umsatzwachstum von fast zwölf Prozent auf 12,2 Milliarden Euro im Vergleich zu 2014. Allerdings: Ohne Sondereffekte wie etwa den Zukauf von „Coppenrath & Wiese“ verzeichnete die Gruppe einen leichten Umsatzrückgang von minus 0,3 Prozent. Als Ursachen benannte Christmann die schwierige Situation im Containermarkt – etwa die Hälfte des Umsatzes erzielt Oetker als Reederei. Zum Gewinn macht die Gruppe traditionell keine Angaben, im Ergebnis sei 2015 aber „noch auskömmlich“ gewesen, so Christmann.

Zufrieden mit „Coppenrath & Wiese“

 

Mit dem Zukauf in Mettingen und Osnabrück zeigte sich das Unternehmen indes sehr zufrieden. „Coppenrath & Wiese macht Freude“, sagte Christmann. Noch in diesem Jahr sollen Produkte der Tiefkühlspezialisten im Ausland in den Verkauf gehen, Testläufe seien gestartet worden. „Wir lernen, was die Verbraucher wollen.“

Wichtigster Auslandsmarkt für „C&W“ ist bislang mit einem Umsatzanteil von 20 Prozent Großbritannien. In Mettingen entsteht derzeit eine neue Produktionslinie für den englischen Markt.  (Weiterlesen: Coppenrath&Wiese holt Verwaltung nach Mettingen)

Weltweit 417 Firmen

Zur Oetker-Gruppe gehören weltweit 417 Firmen, davon 240 mit Sitz in Deutschland. Die Mitarbeiterzahl beziffert die Gruppe mit weit über 30.000 Menschen. Der Anteil Deutschlands am Umsatz liegt laut Unternehmensangaben bei 32 Prozent (knapp vier Milliarden Euro). Weltweit erzielte Oetker 46 Prozent durch Konsumgüter, fast 50 Prozent durch Schifffahrtsgeschäfte. Eben dieser Bereich drückt die Bilanz, weil der Containermarkt nach wie vor unter starken Überkapazitäten leidet.

 Positiver entwickelte sich das Geschäft mit Nahrungsmitteln, in das auch „Coppenrath & Wiese“ fällt. Die Umsatzerlöse beziffert Oetker mit 2,99 Milliarden Euro, ein Plus von 14 Prozent, das vor allem mit der Übernahme der Tiefkühlexperten zusammenhängt. Das Geschäft mit Tiefkühl-Pizzas und Backwaren soll weiter vorangetrieben werden.

(Weiterlesen: Coppenrath&Wiese holt Verwaltung nach Mettingen)


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