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Gründer zieht sich zurück Mehrheit des Fuchs-Gewürzkonzerns geht an Stiftung

Mittelpunkt des Gewürzimperiums: die Zentrale der Fuchs-Gruppe in Dissen. Foto: Gert WestdörpMittelpunkt des Gewürzimperiums: die Zentrale der Fuchs-Gruppe in Dissen. Foto: Gert Westdörp

Dissen. „Gewürzkönig“ Dieter Fuchs hat seinen Mehrheitsanteil an dem Fuchs-Gewürzkonzern in Dissen auf die gemeinnützige Dieter Fuchs Stiftung übertragen. Der Senior zieht sich im Zuge seiner Nachfolgeplanung immer weiter aus dem zweitgrößten Gewürzersteller der Welt zurück.

Dissen. Die Stiftung, die von einem Vorstand geleitet und einem Kuratorium beaufsichtigt wird, hielt bisher 8,6 Prozent an der DF World of Spices GmbH und verfügt nun über die Mehrheit, wie das Unternehmen mitteilte. Die genaue Höhe des Anteils nannte das Management nicht.

Der Anteil der finnischen Paulig-Gruppe bleibt mit 25,1 unverändert. Ein Antrag beim Bundeskartellamt auf „Erwerb gem. Kontrolle über DF World of Spices GmbH, Dissen“ vom 24. Mai hatte den Eindruck erweckt, der finnische Gesellschafter beabsichtige, seinen Anteil zu erhöhen – möglicherweise bis hin zu einer Kontrollmehrheit.

Paulig bleibt Minderheitsgesellschafter

Fuchs Gewürze schrieb in einer Mitteilung, dem sei nicht so. „Der kartellrechtliche Begriff der ‚gemeinsamen Kontrolle‘ führt nicht zu einer gleichberechtigten Teilung der Führung.“ Der Paulig-Gruppe würden lediglich bestimmte, beschränkte Rechte als Minderheitsgesellschafter eingeräumt. An der Führung des Dissener Konzerns ändere sich nichts. Ziel der Mehrheitsübertragung an die Stiftung sei, die Eigenständigkeit von Fuchs Gewürze zu sichern und ihre Bindung an die Familie Fuchs zu erhalten.

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Eine Sprecherin der auf die Herstellung von Gewürzen, Kaffee und Snacks spezialisierten Paulig-Gruppe in Helsinki bestätigte, dass diese ihren im Jahr 2000 erworbenen Anteil nicht erhöhe sich und am Verhältnis der beiden Unternehmen nichts ändere. Ihre operativen Geschäftstätigkeiten seien nicht miteinander verbunden.

Der mit zahlreichen Tochtergesellschaften international aufgestellte Fuchs-Konzern erwirtschaftete im Jahr 2014 einen Umsatz von knapp 460 Millionen Euro (2013: 445 Millionen Euro) und einen Gewinn nach Steuern von 21,6 Millionen Euro aus (2013: 20,7 Millionen Euro).

Fuchs beschäftigt rund 2600 Mitarbeiter. Zum Imperium, das der heute 87-Jährige als junger Mann nach dem 2. Weltkrieg gründete, gehören neben der Kernmarke Fuchs inzwischen die Gewürzmarken Ostmann, Wagner und Ubena sowie die Feinkostmarken Kattus, Bamboo Garden und Escoffier.

Stiftung fördert Forschung

Aus dem operativen Geschäft zieht sich Gründer Fuchs, der in der Liste der reichsten Deutschen des Manager Magazins auf Platz 286 geführt wird, bereits seit Längerem zurück. Zunächst übernahm der frühere Lindt&Sprüngli-Manager Carsten Wehrmann die Führung, doch er verließ das Unternehmen schon sechs Monate nach Dienstantritt wieder. An seine Stelle trat der Manager Niels Meyer-Pries, der das Unternehmen vor Wehrmann bereits kommissarisch geleitet hatte.

Der neue Mehrheitseigner, die 2002 gegründete Dieter Fuchs Stiftung, ist ebenfalls in Dissen ansässig. Bisher trat sie vorwiegend durch Forschungsförderung in Erscheinung.


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