Weiter Rechtsstreitigkeiten Nach Karmann-Insolvenz: Erstes Geld für Gläubiger


Osnabrück. Mehr als sieben Jahre nach der Insolvenz des Osnabrücker Autobauers Karmann fließt jetzt das erste Geld an die Gläubiger. Im Gespräch mit unserer Redaktion sagte Insolvenzverwalter Ottmar Hermann: „Die erste Abschlagszahlung steht an. Es wird eine gute Quote.“

Wie hoch die Summe genau ist, wollte Hermann nicht sagen. Insgesamt haben mehr als 4500 Gläubiger Ansprüche angemeldet, darunter viele ehemalige Mitarbeiter des Unternehmens. Auch zur Gesamthöhe der Verbindlichkeiten wollte sich der Insolvenzverwalter nicht äußern. Seiner Aussage nach können nach wie vor Forderungen angemeldet werden.

Jahrelange Rechtsstreitigkeiten

Teil der Insolvenzmasse ist auch eine Steuerrückerstattung von 160 Millionen Euro plus Zinsen. Nach einem jahrelangen Rechtsstreit entschied der Bundesgerichtshof 2014 letztinstanzlich, dass das Geld dem Insolvenzverwalter und nicht den Karmann-Gesellschaftern – die Familien Karmann, Battenfeld und Boll - zusteht. Vor dem Bundesfinanzhof wehren sich die Gesellschafter indes gegen Forderungen des Finanzamtes Osnabrück. Die Steuerbehörde will die Gesellschafter in Ausfallhaftung nehmen wegen entgangener Steuern durch die Insolvenz der Betriebsgesellschaft. (Weiterlesen: Karmann-Millionen: Gläubiger profitieren von BGH-Urteil)

Auch Insolvenzverwalter Hermann streitet sich noch mit dem Finanzamt vor Gerichten. Erst wenn diese Verfahren abgeschlossen seien, könne das Insolvenzverfahren beendet werden, so Hermann.


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