Hidden Champions Maschinenbauer Hedelius auf Wachstumskurs

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Serienfertigung bei Hedelius. Foto: HedeliusSerienfertigung bei Hedelius. Foto: Hedelius

ssa Meppen. Führende Unternehmen in bestimmten Branchen, die in der breiten Öffentlichkeit kaum jemand kennt, nennt man Hidden Champions. Davon gibt es auch in unserer Region einige. Die im Familienbesitz befindliche Hedelius Maschinenfabrik in Meppen gehört nach eigenen Angaben zumindest in Europa dazu. Die Suche nach neuen Absatzmärkten im Ausland und der Erhalt der Selbstständigkeit stehen für die Unternehmensführung weit oben.

Nachdem der Werkzeugmaschinenbauer Hedelius lange von Gerhard Hempelmann und dessen Bruder Jürgen geleitet wurde, werden die Führungsaufgaben jetzt zunehmend auf die dritte Eigentümer-Generation übertragen. Dennis Hempelmann und Rainer Korte sind inzwischen in der Geschäftsführung tätig.

Gegründet wurde Hedelius 1967 in Bünde. Zunächst standen Baustellen-Kreissägen im Mittelpunkt der Fertigung. In den Folgejahren kamen weitere Holzbearbeitungsmaschinen wie Abricht- und Dickenhobelmaschinen dazu. Nach dem Umzug ins emsländische Meppen starteten die Firmengründer l976 mit der Entwicklung und Produktion von Sondermaschinen und Bearbeitungszentren für die metallverarbeitende Industrie.

In der zweiten Hälfte der 80er Jahre hatten Gerhard und Jürgen Hempelmann die Idee, Bearbeitungsmaschinen in einer völlig neuen Bauart zu produzieren. So wurden 1993 die ersten Fahrständerbearbeitungszentren in Halbportalbauweise präsentiert. Diese waren für die präzise Zerspanung von Einzelteilen und Kleinserien im Maschinen- und Fahrzeugbau sowie im Werkzeug- und Formenbau ausgelegt. Seither konzentriert sich das Unternehmen ganz auf die Serienproduktion von Bearbeitungsmaschinen. In Teilbereichen der Produktion sieht sich das Management als europäischer Marktführer.

Laut Dennis Hempelmann verlief das Jahr 2012 für Hedelius sehr erfolgreich. Der Umsatz stieg auf 45 (2011: 38,6) Millionen Euro, davon entfielen etwa 15 Prozent auf den Export mit Schwerpunkt Westeuropa. Große Hoffnungen setzt man nun auf Osteuropa. Seit Anfang 2012 hat das Unternehmen eine Vertretung in Polen und seit Ende des vergangenen Jahres eine in Russland. In beiden Ländern wurden bereits Maschinen verkauft. Noch in diesem Jahr ist die Eröffnung einer Generalvertretung in Ungarn geplant.

Ziel für 2013 ist es, den Umsatz auf Vorjahresniveau zu halten. Aktuell sind die Kapazitäten bis September voll ausgelastet. Zur Finanzlage erklärte die Hedelius-Führung, auch 2012 seien wieder „sehr schwarze Zahlen“ erzielt worden. Die Eigenkapitalquote liege mit 74 Prozent deutlich über dem Branchendurchschnitt.

Da Spezialisten von außen nur schwer zu bekommen sind, setzt Hedelius verstärkt auf eigenen Mitarbeiter-Nachwuchs. In diesem Jahr werden zehn Auszubildende neu eingestellt. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen 165 Mitarbeiter.

Noch 2013 wird mit dem Bau eines automatischen Hochregallagers begonnen, die Fertigstellung ist für Sommer/Herbst 2014 geplant. Auch in produktionstechnischer Hinsicht gibt es Neuerungen: So werden erste Maschinen aus Mineralguss hergestellt, einem Spezialwerkstoff aus Kunststoff und Beton. Bisher konzen-trierte sich Hedelius auf Maschinen aus Stahlkonstruktionen.

Heinz Schöttmer von der Wirtschaftsförderung der Stadt Meppen würdigt vor allem den Mut und das Engagement der Unternehmenseigner. Die Hedelius Maschinenfabrik sei bundesweit der nördlichste Hersteller dieser Art von Maschinen und einziger im Landkreis Emsland. Auch sei die architektonische Darstellung des Unternehmens beispielhaft.


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