Pipeline-Dienstleister auf Hannover Messe Lingener Rosen-Gruppe wird Messtechnik-Anbieter

Meine Nachrichten

Um das Thema Wirtschaft Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Der Lingener Pipeline-Dienstleister Rosen erschließt sich einen neuen Markt. Das Unternehmen hat auf der Hannover Messe ausgestellt. Foto: Christian SchaudwetDer Lingener Pipeline-Dienstleister Rosen erschließt sich einen neuen Markt. Das Unternehmen hat auf der Hannover Messe ausgestellt. Foto: Christian Schaudwet

Hannover. Der Lingener Pipeline-Dienstleister Rosen erschließt sich einen neuen Markt. Auf der Hannover Messe stellt er ein selbst entwickeltes Gerät zum Messen des Durchflusses von Rohren in der Öl- und Gaswirtschaft und in der Industrie vor. Damit wagt er sich in ein Geschäftsfeld vor, das bisher von Weltkonzernen wie Siemens und ABB beherrscht wird.

Rosen tritt auf der internationalen Leitmesse der Industrie in Hannover erstmals als Hersteller auf. Bisher war das Lingener Unternehmen mit seinen weltweit rund 2500 Mitarbeitern vor allem als Dienstleister auf den Öl- und Gasfeldern der Welt unterwegs – Rosen ist Spezialist für die Inspektion und Instandhaltung von Rohrsystemen.

Nun aber schickt das Unternehmen sich an, auch zum Industrieunternehmen zu werden. Das in Lingen entwickelte „EMAT Flowmeter“ zeichnet mit Ultraschall den Durchfluss von Rohren auf und liefert beispielsweise Ölförderern Daten über Menge und Beschaffenheit des Rohöls, das sie aus der Erde holen. Bis Ende 2016 soll das erste Modell auf den Markt kommen, das den Durchfluss von Flüssigkeiten misst.

Neue Variante für 2017 geplant

Die nächste Variante im kommenden Jahr soll in der Lage sein, gasförmigen Durchfluss zu messen – etwa bis zu 650 Grad heißen Dampf in Kraftwerken. Damit werde man sich deutlich absetzen, sagt Marc Seeger, Leiter der Abteilung für Messtechnik bei Rosen.

„Geräte, die solch hohe Temperaturen aushalten, hat bisher niemand auf dem Markt. Getestet wurde die Technik bereits an Dampfleitungen eines Lingener Kraftwerks.

Mit solchen Alleinstellungsmerkmalen will Rosen sich vom Wettbewerb absetzen. Denn in der Flüssigkeitenmessung etwa hat es der Lingener Mittelständler mit Konkurrenten wie Siemens, ABB und Emerson aus den USA zu tun.

Gerät mit Potenzial

Seinen Wettbewerbern technologisch enteilen könnte Rosen mit dem auch schon in der Entwicklung befindlichen „Multiphasen-Durchflussmesser“. Er misst Gemische aus Öl, Wasser und Gas, mit denen es Ölförderer häufig zu tun haben, und die bisher vor der Messung aufwendig getrennt werden müssen.

Der Markt bietet nach Rosen-Einschätzung trotz der aktuellen Investitionsschwäche in der Öl- und Gasbranche großes Potenzial für effizientere Messsysteme, wie die Lingener sie anbieten wollen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN