Erfolg mit Impossible Rush und Flogg Teenager verdient Millionen mit selbst entwickelten Apps

Von Barbara Barkhausen

Statt in der Schule aufzupassen, entwickelte der 16-jährige Ben Pasternak das iPhone-Spiel Impossible Rush. Inzwischen ist er der wahrscheinlich jüngste Firmenchef Amerikas.  Foto: Jan-Philipp Strobel/ArchivStatt in der Schule aufzupassen, entwickelte der 16-jährige Ben Pasternak das iPhone-Spiel Impossible Rush. Inzwischen ist er der wahrscheinlich jüngste Firmenchef Amerikas. Foto: Jan-Philipp Strobel/Archiv

Sydney. Statt in der Schule aufzupassen, entwickelte ein 16-jähriger Australier ein iPhone-Spiel. Das war vor 18 Monaten. Inzwischen ist er der wahrscheinlich jüngste Firmenchef Amerikas. Seine neueste App könnte den weltweiten Durchbruch bringen.

Vor etwas über einem Jahr durchforstete der 16-jährige Australier Ben Pasternak das „Who is Who“ der Technologiewelt. Nachdem sein iPhone-Spiel Impossible Rush die Charts des Apple Stores sprengte, wollten Facebook, Google, Apple und Co den Teenager kennenlernen, der hinter dem Erfolgsprodukt steht.

Erfolgsspiel im Unterricht entwickelt

Neben all den Internetschwergewichten traf der Teenager auch sein amerikanisches Gegenstück Austin Valleskey. „Das ist der Kerl, mit dem ich Impossible Rush gebaut habe, als mir im Unterricht langweilig war“, schrieb Pasternak auf Facebook. Valleskey hatte er in einer Facebook-Gruppe sogenannter Highschool Hacker kennengelernt, in der sich Jugendliche über ihre Programmierprojekte austauschen.

Doch sein Besuch in Amerika gab dem 16-Jährigen nicht nur ein gutes Netzwerk, sondern auch die Inspiration für mehr. „Wir fuhren an der Apple-Zentrale vorbei und ich war wirklich inspiriert davon, dass das alles in einer Garage startete“, sagte er der Zeitung „The Australian“. „Noch im Auto habe ich dann gleich angefangen, meine nächste App zu bauen.“

Erster Millionen-Erfolg

Sein erster Erfolg Impossible Rush ist inzwischen über eine Million Mal heruntergeladen worden und Pasternak ist seit Längerem mit neuen Projekten beschäftigt. Nach einer weniger erfolgreichen App zwischendurch entwickelte der Teenager, der aus einer Familie mit Unternehmergeist stammt und Apple-Produkte liebt, den sozialen Marktplatz Flogg, der nun seit Mitte April als App zur Verfügung steht.

Die Idee dazu schlug bei Investoren so gut ein, dass Pasternak Schule und Jungunternehmen nicht mehr unter einen Hut bringen konnte. Noch während der zehnten Klasse stieg er aus, um sich zu 100 Prozent auf sein neues Projekt zu konzentrieren. „Meine Eltern waren zunächst nicht so davon überzeugt, dass ich die Schule abbrechen sollte“, sagte er der Nachrichtenwebseite News.com.au. „Aber nachdem Investoren interessiert waren und Geld eingezahlt haben, sagte ich: ‚Ich werde diese Gelegenheit nicht nochmal kriegen!‘“ Knapp unter 2 Millionen australische Dollar (1,3 Millionen Euro/ 1,5 Millionen Franken) sollen Investoren in die Idee des australischen Teenagers gesteckt haben.

Mischung aus Tinder und eBay

Flogg ist eine App – ein wenig Mischung aus Tinder und eBay –, die Teenagern erlaubt, Dinge über ihre sozialen Netzwerke zu verkaufen. Vorstellen muss man sich das folgendermaßen: Ein Teenager hat ein iPad, das er nicht mehr will und bietet es über Flogg seinen Netzfreunden an. Die können wie bei eBay Gebote abgeben. Die Auktion findet jedoch im geschlossenen Rahmen statt: Ein Facebook-Freund verkauft an den anderen.

Pasternak hatte die Idee, nachdem er bemerkte, dass immer mehr Freunde in Sydney Sachen, die sie nicht mehr wollten, an Freunde oder Freunde von Freunden verscherbelten, anstatt sie an Fremde über eBay zu verkaufen. So entstand Flogg.

Mit 16 Jahren Firmenchef in New York

Um Flogg ins Leben zu rufen, zog der 16-Jährige nun ohne seine Familie von Sydney nach New York. Dort arbeitet er mit einem jungen Team, doch einen richtig „alten“ Mitarbeiter hat er ebenfalls an Bord genommen. Michael Landsberger ist immerhin schon Anfang 30 und hält die Management-Zügel in der Hand.

Zudem greifen auch Floggs Investoren dem jungen Mann mit Rat und Tat unter die Arme. Sie sind allesamt zuversichtlich, dass der Australier der nächste Mark Zuckerberg ist oder zumindest ähnlich groß rauskommen wird. „Der letzte 15-Jährige, in den ich investiert habe, das hat sich wirklich gelohnt“, sagte Investor John Maloney. Es war der inzwischen 29-jährigen David Karp, der Tumblr ebenfalls als Teenager gegründet hat. Pasternak sei ein ähnliches Kaliber.


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